Bild: Frack eines Soldaten des 3. Schweizerregiments in neapolitanischen Diensten, 1828-1836

01-2016 Schwierige Zeiten in Südtirol

12.05.2016 - 14.05.2016

Abb 01-2016

Reiseleitung

David Accola, Reisechef der GMS

Reisetage

Donnerstag – Samstag

Der Link zum Reisebericht

Videos zur Vor- und Nachbereitung

Terroristen oder Freiheitskämpfer?

Die „schwierige Zeit“ in Südtirol beginnt mit dem schicksalshaften Entscheid von St. Germain. 1919 wurde das Tirol „südlich des Brenners“ territorial Italien zugesprochen. Nachvollziehbar, dass sich die deutschsprachige Bevölkerung (95%) diesem Verdikt nicht fügen wollte. Selbstbestimmung oder zumindest die Autonomie ihrer Heimat war deren Ziel. Das faschistische Italien hingegen verfolgte das Ziel einer vollkommenen Italianisierung, letztlich auch mit Unterstützung des Dritten Reichs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die Situation durch den „Gruber-Degasperi-Vertrag“ entschärft werden. Die dort vereinbarten Zugeständnisse an die „deutschsprachige Bevölkerung des Alto Adige“ wurden jedoch kaum eingehalten. Südtirol bekam zwar einen autonomen Status, aber als Teil der Provinz „Trentino-Alto Adige“, wo sie weiterhin eine kulturelle Minderheit darstellten.

Angesichts dieser Situation schlossen sich in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts freiheitsliebende Männer zum „Befreiungsausschuss Südtirol“ (BAS) zusammen. Moralisches Vorbild vieler BAS-Aktivisten war Andreas Hofer, 1809 der Inbegriff des Tiroler Freiheitskämpfers. Sein Standbild findet sich in Innsbruck, in Kufstein, in Meran und vielen weiteren Städten. Diese „Südtirolaktivisten“ verfolgten zwar ein einheitliches Ziel, wandten aber zu dessen Erreichung unterschiedliche Methoden an. Letztere interessieren uns während dieser Reise besonders, verbunden mit der Frage: wann wird ein Freiheitskämpfer zum Terroristen bzw. der Terrorist zum Freiheitskämpfer?

Programm

Donnerstag

0830 Uhr: Abfahrt ab Zürich, Carparkplatz Sihlquai nach Zernez. Einführung „Der Weg ins Elend“ während des Aperitifs. Mittagessen im Hotel Bär und Post. Weiterfahrt über den Ofenpass nach Sta. Maria. Fortsetzung der Einführung „Erster Weltkrieg und die Autonomiebestrebungen bis 1957“ im ‚MUSEUM 14/18‘. Anschliessend Weiterfahrt durch das Vinschgau nach Meran. Zimmerbezug für zwei Nächte im Hotel****S. Abendessen und Übernachtung.

Freitag

Abfahrt nach Bozen und Besichtigung der Stadt. Anschliessend Fahrt zum Schloss Sigmundskron. Besuch von Frangart (Gründung des BAS). Mittagessen. Nachmittags Fahrt via Waidbruck (Erste, symbolische Anschläge des BAS) nach Marling. (Anschläge gegen die italienische Infrastruktur). Abendessen im Gastgarten (witterungsabhängig) eines „urigen Buschenschanks“ in Lana. Fahrt nach Meran. Übernachtung im Hotel.

Samstag

Abfahrt durch das Passeiertal nach St. Leonhard und über den Jaufenpass nach Sterzing. Fahrt über den Brenner nach Innsbruck (Einfluss Nordtirols auf den BAS). Besuch des Tirol-Museums auf dem Bergisl. Individuelles Mittagessen. Rückfahrt über den Arlberg via St. Gallen nach Zürich. 1730 Uhr: erwartete Ankunftszeit am Carparkplatz Sihlquai.

Vorbereitung

Den Teilnehmenden wird vor der Reise eine zur persönlichen Reisevorbereitung verfasste Dokumentation zugestellt. Empfohlene Landkarten: Strassenkarte 1:200‘000, bspw. Marco Polo, Blatt 3, Südtirol-Trentino. Detailkarten werden Bestandteil der Dokumentation sein.

Stefan Gublers Fotogalerie

 

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