Bild: Frack des Grenadieroffiziers Hptm Emanuel von Vincenz im 1. Fremdenregiment des Kirchenstaates, um 1855

16-2018 | Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

13.08.2018 - 16.08.2018

Reiseleitung

Divisionär (a D) Eugen Hofmeister, Präsident der GMS

Reisetage

vier Tage; Montag, 13. – Donnerstag, 16. August 2018

Reisetyp

Neu konzipierte GMS-Reise

Das Ende der napoleonischen Kaiserreiche – Die Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs in Versailles

Der Deutsch-Französische Krieg war der dritte von den sogenannten Einigungskriegen Deutschlands. Der Anlass für den Kriegsausbruch war eine diplomatische Verärgerung in der Frage der spanischen Erbfolge. Die eigentlichen Gründe lagen aber tiefer. Napoleon fürchtete Preussen als führende Macht in einem geeinten Deutschland, während Bismarck im Krieg gegen Frankreich die Gelegenheit sah, das Deutsche Reich nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Am 19. Juli 1870 erklärte Napoleon III. Preussen den Krieg. Die Mobilmachung der preussischen Korps in ihre Bereitstellungsräume begann unverzüglich und verlief weitgehend reibungslos. Innert drei Wochen wurden 640’000 Soldaten und 170’000 Pferde mit 1’500 Zügen an den Rhein transportiert. Einige Unsicherheit bereitete einzig die Zuverlässigkeit der Truppen aus Hannover, Hessen, Sachsen und Süddeutschland, die noch vor kurzem gegen Preussen gekämpft hatten. Die Mobilmachung der französischen Truppen kam demgegenüber nur schleppend voran. Tausende von französischen Reservisten waren immer noch unterwegs, als ihre Stammtruppen bei Sedan und Metz bereits in Kriegsgefangenschaft gerieten. Erste Gefechte auf deutschem Gebiet zwischen dem 4. und 6. August bei Weissenburg, Spicheren und Wörth entschieden die Deutschen zu ihren Gunsten. Die 1. und 2. deutsche Armee stiess in der Folge direkt gegen Metz vor, während die 3. Armee am linken Flügel den flüchtenden Truppen Mac-Mahons folgte. Zwischen dem 14. und 18. August folgten die Schlachten um Collombey-Nouilly, Vionville-Mars-la-Tour und Gravelotte-St.Privat mit tausenden Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Allein in der vorentscheidenden Schlacht von Vionville-Mars-la-Tour beklagten beide Seiten etwa 15’000 Tote und Verwundete. Nach vierwöchigen Kampfhandlungen im Raum Metz und Sedan kapitulierte die Armee Mac-Mahon.
Die hohen französischen Verluste durch den deutschen Artilleriebeschuss in Sedan veranlassten Napoleon III. am 2. September 1870 den Kampf aufzugeben. Die Franzosen verloren 17’000 Soldaten (Tote und Verletzte), über 100’000 gerieten in Gefangenschaft.

Nach 15 Marschtagen schloss das deutsche Heer den Belagerungsring um Paris. Seit dem 5. Oktober war der Generalstab in Versailles, wo man den „Vierwochenkrieg“ für beendet hielt. Moltke erwartete die Kapitulation sowohl von Metz als auch von Paris. In Paris hatte die verheerende Niederlage von Sedan den Sturz des Kaiserreichs eingeleitet. Paris wurde während 132 Tagen belagert. Am 27. Januar 1870 begann der Artilleriebeschuss und am 18. Januar 1871 erfolgte die Kapitulation. Die belagerte Festung Metz kapitulierte am 28. Oktober. 173’000 Soldaten gerieten in Gefangenschaft, davon drei Marschälle und 6000 Offiziere. Die belagerten Städte Strassburg und Belfort kapitulierten am 28. September bzw. 16. Februar 1871. Fazit: Dieser Krieg wurde mit teilweise neu entwickelten Waffen, aber mit alter Taktik geführt, was auf beiden Seiten zu entsetzlichen Verlusten führte.

Programm

Montag

0815 Uhr Abfahrt mit dem Car ab Zürich, Carparkplatz Sihlquai, via Basel (Zustiegsmöglichkeit) nach Metz. Während der Fahrt Einführung in die Ereignisse in und um die Festung Metz, die grösste Anlage ihrer Art in Europa. Kaffeehalt unterwegs. Nach dem Mittagessen in Metz Besichtigung der „Porte des Allemands“ und des Festungsrings. Erläuterungen zur späteren Belagerung und Kapitulation im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Anschliessend Spaziergang durch die Altstadt: Esplanade, Place d’Armes, Kathedrale und ehemaliger Gouverneurssitz. Gemeinsames Abendessen in der hoteleigenen Brasserie, Übernachtung**** im Hotel La Citadelle (nomen est omen) in Metz.

Dienstag

Morgens Fahrt nach Gravelotte und Einführung in die Schlachten westlich von Metz im August 1870. Besuch der Gedenkstätte deutscher Soldaten und des „Musèe de la Guerre 1870“. Mittagessen in Rezzonville. Am Nachmittag Weiterfahrt zum Fort Sedan. Einführung in die Belagerung von Sedan, in die Kapitulation und Gefangenschaft der Armee Mac Mahons und die Gefangennahme Napoleons III. Begegnung mit Bismarck und König Wilhelm I. Gemeinsames Abendessen und Übernachtung**** in Sedan.

Mittwoch

Nach dem Frühstück bringt uns der Bus nach Strassburg. Nach dem Mittagessen Aufstieg in die 66m hoch gelegene Turmplattform der Kathedrale in Strassburg und Einführung in die Lage. Anschliessend Innenführung durch das kunsthistorisch bedeutende Gotteshaus. Ausklang bein einem Spaziergang durch die Altstadt. Gemeinsames Abendessen in einem typischen Elsässer Bistro, Übernachtung**** in einem Hotel an bester Lage in Strassburg.

Donnerstag

Fahrt nach Belfort und Einführung in die Lage auf der Zitadelle. Die Stadt Belfort war nach dem Fall von Paris zusammen mit der Zitadelle von Bitsch der letzte belagerte Ort in Frankreich. Besichtigung des Forts und Mittagessen. Rückfahrt via Basel (Ausstiegsmöglichkeit) nach Zürich. Erwartete Ankunft in Zürich um 1800 Uhr.

Ausrüstung

Gültiger Reisepass oder Identitätskarte, bequeme Reisebekleidung, bequemes Schuhwerk.

Vorbereitung

Den Teilnehmenden wird vor der Reise eine Dokumentation zur thematischen Vorbereitung zugestellt.

Fitness

GMS Kategorie L+: Die Reise stellt keine besonderen Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden. Die Fähigkeit zur zügigen Begehung von Treppenanlagen muss aber vorausgesetzt werden.

Kosten pro Person

Leistungen gemäss Programm
Doppelzimmer Mitglieder CHF 1’480.00
Doppelzimmer Nichtmitglieder CHF 1’580.00
Zuschlag Einzelzimmer CHF 220.00

 

  • Die angebotenen Reisen 2019 befinden sich noch im „Vorprogramm-Modus“ – der verbindliche Reisepreis wird im März publiziert.