Bild: Waffenrock eines Oberleutnants der Kavallerie-Mitrailleure, 1915

17-2019 | Per Antonov zum Chemin des Dames

23.09.2019 - 25.09.2019

Reiseleitung: Oberst (a D) Kurt Steinegger

Reisedauer: Drei Reisetage (Montag – Mittwoch)

Reisetyp: Neureise

Kriegsgeschichte im Tal der Aisne

Der Chemin des Dames ist ein markanter Höhenzug im Dreieck der Städte Laon, Soissons und Reims im Norden Frankreichs. Er verläuft in Ost-West Richtung nördlich des Aisnetals. Der Name Chemin des Dames stammt aus der Zeit Ludwigs XV., der in dieser Gegend das Jagdschloss Château de la Bôve besass. Die an den Jagdgesellschaften teilnehmenden Männer jagten in den Tälern und an den Hängen, während die Frauen den auf dem Höhenzug verlaufenden Weg zum Schloss bevorzugten. Infolge der strategisch exponierten Lage war diese Gegend wiederholt Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen.

Am 7. März 1814 gelang hier Napoleon I. unter grossen Verlusten ein letzter Sieg über die verbündeten preussischen und russischen Truppen in der Schlacht bei Craonne. 100 Jahre später wurde ein Denkmal an der umkämpften Hurtebise- Ferme errichtet. Eine weitere Napoleonstatue aus den 1870er Jahren markiert den Beobachtungsstandort des Generals.

Im Ersten Weltkrieg bezogen die Deutschen nach dem Rückzug von der Marne im September 1914 eine Auffangstellung am Nordufer des Flusses Aisne und am ihm überragenden Höhenzug des Chemin des Dames. Dutzende von Tunneln und ausgebauten Höhlen entstanden und boten den sich gegenüberliegenden Truppen sicheres Quartier. In einem unterirdischen Steinbruch, der sogenannten Drachenhöhle, errichteten die Deutschen ab 1915 einen Gefechtsstand mit Verbandsplatz und Schlafstellen für ein ganzes Bataillon. Im April 1917 begann die Schlacht an der Aisne mit einem 7-tägigen Trommelfeuer auf die deutschen Stellungen. Die logistisch vorzüglich geplante, den Gegner aber völlig unterschätzende französische Offensive des Generals Robert Nivelle endete in einem katastrophalen Misserfolg, der umfangreiche Meutereien in der französischen Armee auslöste. Erst im Oktober konnten die französischen Truppen den westlichen Teil des Höhenzuges einnehmen. Die Deutschen zogen sich nach Norden zurück und behielten diese Stellung bis zum Beginn ihrer Frühjahrsoffensive am 27. Mai 1918. Der Höhenzug Chemin des Dames gehört zu den am stärksten umkämpften Regionen der Westfront im Ersten Weltkrieg. Auf wenigen Quadratkilometern fand eine der blutigsten Materialschlachten des gesamten Krieges statt.

Auch im Zweiten Weltkrieg war der Damenweg während des Westfeldzugs 1940 hart umkämpft. Anfang Juni 1940 setzten sich dort französische Einheiten fest und konnten für einige Tage einen Sperrriegel gegen die deutschen Angreifer bilden.

Programm

Erster Reisetag

Individuelle Anreise zum Flugplatz Birrfeld. Begrüssung durch den Reiseleiter und die Piloten des Doppeldeckers aus den 40er Jahren vom Typ Antonov AN-2. Das Flugzeug wird vom Antonov Verein Avianna betrieben (www.avianna.ch) Spektakulärer gut 2-stündiger Direktflug nach Compiègne. Nach der Ankunft Mittagessen und Fahrt mit dem Bus nach Compiègne. Besichtigung der Museumsstätte, wo der Waff enstillstand nach dem 1. Weltkrieg sowie die Kapitulation der Franzosen im 2. Weltkrieg stattgefunden haben. Danach Fahrt mit dem Bus nach Reims, Zimmerbezug in einem Hotel im Zentrum der Stadt. Vortrag über die «Schlachten des 1. Weltkrieges am Chemin des Dames», Apéro und Abendessen im Hotel.

Zweiter Reisetag

Fahrt mit dem Bus zum Monument des Chars d’Assaut, dem Ausgangspunkt des französischen Panzerangriffs vom 16. April 1917. Weiterfahrt und Informationen zum den Kämpfen beim ehemaligen Dorf Craonne sowie zur zerstörten Abbay Vauclair. Danach Fahrt und kurzer Marsch zum Plateau de Californie mit Rundsicht über einen Teil des Chemin des Dames. Weiterfahrt zu den Monumenten des Basques und Hurtebise. Danach Fahrt zur Caverne du Dragon, Mittagslunch aus dem Hotel, anschliessend Besuch und Führung durch die Caverne du Dragon. Weiterfahrt und Besichtigung der Chapelle mémoriale du Chemin des Dames sowie der deutschen und französischen Friedhöfe. Fortsetzung der Fahrt bis zum Ende des Chemin des Dames, anschliessend Rückfahrt ins Hotel und fakultatives Nachtessen.

Dritter Reisetag

Vortrag «Die deutsche Kapitulation am Ende des 2. Weltkrieges». Danach kurzer Marsch zur Kathedrale von Reims. Nach einer Kaffeepause Führung und Besichtigung der Kathedrale, welche als Krönungskirche des französischen Königtums gilt. Danach Verschiebung zum Kapitulationsmuseum des 2. Weltkrieges zwischen den alliierten und deutschen Truppen in Reims. Nach dem Mittagessen Rückflug mit dem Antonov Doppeldecker auf den Flugplatz Birrfeld.

Anforderungen an die persönliche Fitness

M: Keine nennenswerten Höhenunterschiede, Marschtüchtigkeit jedoch erforderlich. Es bedarf aber einer gewissen Beweglichkeit und Ausdauer. Die zusätzliche Fähigkeit der zügigen Begehung von Treppenanlagen muss vorausgesetzt werden können.

Reisepreis nach GMS Kategorie

2 (bis 1500 Fr.)

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  • Die angebotenen Reisen 2019 befinden sich noch im „Vorprogramm-Modus“ – der verbindliche Reisepreis wird im März publiziert.