{"id":10287,"date":"2017-11-05T00:40:57","date_gmt":"2017-11-05T00:40:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/?p=10287"},"modified":"2017-11-05T00:40:57","modified_gmt":"2017-11-05T00:40:57","slug":"gms-fruehjahrstagung-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/tagungen\/gms-fruehjahrstagung-2018\/","title":{"rendered":"GMS Fr\u00fchjahrstagung 2018"},"content":{"rendered":"<p><!-- <meta name=\"NextGEN\" version=\"2.1.69\" \/> -->Thema: <b>Der Dreissigj\u00e4hrige Krieg von 1618 bis 1648<\/b><\/p>\n<p>Samstag, 24. Februar 2018, 0945 &#8211; 1200, Universit\u00e4t Z\u00fcrich Zentrum, Hauptgeb\u00e4ude R\u00e4mistrasse 71, Raum KOH B-10<\/p>\n<p>mit Referaten von PD Dr. Hans Rudolf Fuhrer, PD Mag. Dr. Robert Rebitsch und Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>30 Jahre Krieg und ein Sieg der Diplomatie <\/strong><\/p>\n<p>Der Dreissigj\u00e4hrige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Vorherrschaft im Heiligen R\u00f6mischen Reich Deutscher Nation und ein Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten. Die habsburgischen M\u00e4chte \u00d6sterreich und Spanien trugen ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, D\u00e4nemark und Schweden aus. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die mit hochkar\u00e4tigen Referenten aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz dotierte Fr\u00fchjahrstagung der Gesellschaft f\u00fcr milit\u00e4rische Studienreisen GMS.<\/p>\n<p>Hans Rudolf Fuhrer zeigte die Bedeutung des Krieges f\u00fcr die Schweiz auf. Trotz Polarisierung, Konfessionalisierung und Radikalisierung gelang es der Schweiz, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Damals gab es die Tagsatzung, die keine Regierung, sondern eher ein Gesandtenkongress war. Damit konnte die Schweiz keine aktive Aussenpolitik f\u00fchren. Das \u201eStillesitzen\u201c, allen Kriegsparteien den Durchmarsch erm\u00f6glichen und im europ\u00e4ischen Kampf nicht eingreifen war im eigenen Interesse. Die Forderung Gustav Adolfs von Schweden im M\u00e4rz 1632 nach Neutralit\u00e4t der Schweiz war nicht die erste. Bereits im Juli 1622 sprach Erzherzog Leopold von der \u201eber\u00fchmten Neutralit\u00e4t\u201c. Mit dem \u201eRathschlag zu Wyl\u201c erhielt die Neutralit\u00e4t eine bewaffnete Organisation. Das Wiler Defensionale von 1647 hatte mit dem Schutz der Nord- und Ostgrenze entlang des Bodensees und des Rheintals eine operative Seite und mit dem Beschluss, dass jeder Ort nach seiner wirtschaftlichen Kraft und Bev\u00f6lkerungsst\u00e4rke Waffen und Soldaten stellen musste, eine organisatorische.<\/p>\n<p>Robert Rebitsch, Privatdozent Mag. Dr. an der Universit\u00e4t Innsbruck, nahm anhand einer Typologie des Krieges eine milit\u00e4rhistorische Betrachtung vor. Je nach Abgrenzung zwischen Gefecht und Schlachten kommt man auf 33 bis 50 milit\u00e4rische Operationen grossen Stils. Unterscheiden muss man zwischen den eigentlichen Schlachten, den Belagerungen, dem Abn\u00fctzungskrieg, der Diversion, den Feldz\u00fcgen, dem Man\u00f6verkrieg und der Logistik, die bei der Verschiebung der mehrere Tausend Mann z\u00e4hlenden Heere inkl. Tross eine riesige Herausforderung war. &nbsp;<\/p>\n<p>Matthias Rogg, Oberst Prof. Dr. phil. habil., Leiter Denkfabrik und Stv. Direktor Strategie und Fakult\u00e4ten der F\u00fchrungsakademie der Bundeswehr in Hamburg zeigte in seiner Vorlesung das Leben des Soldaten auf. Augenf\u00e4llig ist die Multinationalit\u00e4t in den einzelnen Heereseinheiten. Ein bayerisches Infanterieregiment z\u00e4hlte 1644 nicht weniger als 14 Nationen (Deutsche, Polen, Italiener, Slowenen, Griechen, Tschechen, Spanier, Ungarn, Kroaten, Schotten, Burgunder, Franz\u00f6sischen, T\u00fcrken und Sizilianer), was grosse Anforderungen an die F\u00fchrung stellte. Milit\u00e4rdienst leisten versprach Chancen eines sozialen Aufstiegs. Viele schafften es aber nicht \u00fcber untere Stufen wie z.B. Korporal oder Wachtmeister hinaus. Waren zu Beginn des Krieges die Infanterieeinheiten klar in der \u00dcberzahl, wendete sich das Verh\u00e4ltnis gegen Ende zugunsten der Kavallerie, die immer gr\u00f6sser wurde. Ein wichtiger Grund f\u00fcr diese Entwicklung war, dass die Versorgung in Deutschland immer schwieriger wurde und&nbsp;nur dank der Kavallerie der Radius f\u00fcr die Nahrungs- und Materialbeschaffung ausgedehnt werden konnte. Gr\u00f6sstes Problem waren Hygiene und Krankheiten. Auch die Versorgung war insgesamt nicht sicher. Ein einfacher Soldat \u00fcberlebte im Krieg durchschnittlich drei Jahre, ein Offizier sechs.<\/p>\n<p>Der Dreissigj\u00e4hrige Krieg bedeutete vier Kriegsperioden (B\u00f6hmisch-Pf\u00e4lzischer, D\u00e4nisch-Nieders\u00e4chsischer, Schwedischer und Schwedisch-Franz\u00f6sischer Krieg), drei Kriegsgr\u00fcnde (dynastische Rivalit\u00e4ten (Macht, Besitz, Ehre), Religion, pure Lust an Gewalt, Raub und Abenteuer) und drei Ergebnisse (Deutschland zerst\u00f6rt; die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung ausgel\u00f6scht, eine neue Machtverteilung mit den Siegern Schweden und Frankreich). Es gab einige entscheidende Schlachten, aber keine Entscheidungsschlacht. Mit dem Abzug der Schweden siegte die Diplomatie im westf\u00e4lischen Frieden von 1648.<\/p>\n<p>Dr. Dieter Kl\u00e4y, Vorstandsmitglied GMS, Winterthur<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"container_12\" id=\"container\">\n<div id=\"content\">\n<div id=\"content-inner\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Der Dreissigj\u00e4hrige Krieg von 1618 bis 1648 Samstag, 24. Februar 2018, 0945 &#8211; 1200, Universit\u00e4t Z\u00fcrich Zentrum, Hauptgeb\u00e4ude R\u00e4mistrasse 71, Raum KOH B-10 mit Referaten von PD Dr. Hans Rudolf Fuhrer, PD Mag. 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