{"id":1407,"date":"2011-05-24T16:00:07","date_gmt":"2011-05-24T14:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/?p=1407"},"modified":"2022-01-25T10:00:08","modified_gmt":"2022-01-25T09:00:08","slug":"25-2012-toskana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/reisen\/25-2012-toskana\/","title":{"rendered":"25-2012 Toskana"},"content":{"rendered":"<p class=\"mceTemp\">\n<p class=\"mceTemp\">\u00a0Felix V. Derungs, beendet mit dieser\u00a0f\u00fcnft\u00e4gigen Reise in die Toskana seine\u00a0Arbeit als Reisechef der GMS. Dabei stehen die nachfolgenden Themen im Fokus:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Herrschaft Napoleons I. in Italien, zwischen der Franz\u00f6sischen Revolution und dem Wiener Kongress. Napoleon auf Elba<\/li>\n<li>Die Toskanischen Stadtrepubliken und die Auseinandersetzungen zwischen Siena und Florenz mit der Schlacht bei Monteaperti 1260<\/li>\n<li>Enea Piccolomini, Humanist, Jurist, Poet, Lebemann; sein widerspr\u00fcchliches Wirken, von 1458 \u2013 1464 Papst Pius\u00a0II., Erbauer der \u201eIdealen Stadt\u201c an seinem Geburtsort Corsignano (heute Pienza)<\/li>\n<li>Montepulciano, die Perle der Renaissance und der Weinbau in der Toskana<\/li>\n<li>Der 2.\u00a0WK in Italien 1943 \u2013 1945 und im Besonderen die Zeit zwischen 1943 und Sommer 1944 im Gebiet zwischen Val d\u2019Orcia und Val di Chiana (Lago Trasimeno \u2013 Montepulciano \u2013 Montichiello \u2013 La Foce \u2013 Chianchiano \u2013 Chiusi) angelehnt an Iris Origo\u2019s Buch \u201eToskanisches Tagebuch 1943\/44\u201c<\/li>\n<li>Angriff der 91.\u00a0US Div (5.\u00a0US Armee) auf den Futapass und den Giogopass im September 1944.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"mceTemp\"><!--more--><\/p>\n<p><strong>Sonntag<\/strong><\/p>\n<p>Fahrt \u00fcber Chiasso, Mailand, Parma, La Specia, Piombino auf die Insel Elba. Auf der Fahrt: Einf\u00fchrung in die Reise und Orientierung \u00fcber Napoleon I in Italien. Kleines Mittagessen in einer Autobahnrastst\u00e4tte. Abendessen und Stadtbummel nach Zimmerbezug fakultativ. \u00dcbernachtung in Portoferraio<\/p>\n<p><strong>Montag<\/strong><\/p>\n<p>Spaziergang zum Hafen von Portoferraio und auf dem Weg mit Napoleon vom Hafen zum Rathaus und zur Stadtresidenz im Pallazina dei Mulini. Anschliessend Inselrundfahrt zur Landresidenz in San Martino. Mittagessen im Hotel Portoferraio. R\u00fcckfahrt mit der F\u00e4hre nach Piombino und mit dem Bus nach Siena. Abendessen und \u00dcbernachtung in Siena nahe des historischen Stadtzentrums<\/p>\n<p><strong>Dienstag<\/strong><\/p>\n<p>Vormittag: Stadtbesichtigung in Siena mit Schwergewicht Piazza del Campo, Palazzo Pubblico und Dom (Pinakothek mit den Bildern aus dem Leben von Enea Piccolomini). Anschliessend Fahrt nach Castelnuovo &#8211; Beradegna. Mittagessen in lokalem Restaurant. Anschliessend Orientierung im Gel\u00e4nde \u00fcber die Schlacht bei Monteaperti vom 4. September 1260 zwischen den fiorentinischen Guelfen und den sienesischen Ghibellinen. R\u00fcckfahrt nach Siena. Stadtbummel und Abendessen (fak.). \u00dcbernachtung in Siena<\/p>\n<p><strong>Mittwoch<\/strong><\/p>\n<p>Vormittag: Fahrt entlang der Frankenstrasse ins Val d\u2019Orcia. Orientierung \u00fcber die Offensive der Alliierten 1943 \u2013 1945 von der Landung der 7.\u00a0US Armee unter Gen Patton und der 8. Britischen Armee unter FM Montgomery am 10.\/11. Juli 1943 in Sizilien, bis zum deutschen Zusammenbruch am Po. Besuch von La Foce, dem Landgut von Iris Origo der Autorin des Tagebuchs \u201eKriegsjahre im Val d\u2019Orca\u201c. Weiterfahrt nach Pienza. Besichtigung der Geburtsstadt von Enea Silvio Piccolomini. Nach dem Mittagessen Fahrt nach Montepulciano. Besichtigung der \u201ePerle der Renaissance\u201c und Besuch eines Weingutes mit Degustation. R\u00fcckfahrt nach Siena. Abendessen in lokalem Restaurant. \u00dcbernachtung in Siena<\/p>\n<p><strong>Donnerstag<\/strong><\/p>\n<p>Fahrt \u00fcber Florenz auf den Futapass. Orientierung im Gel\u00e4nde \u00fcber die K\u00e4mpfe am Futapass (Gotenlinie) zwischen dem 13.\u00a0und 21.\u00a0September 1944 und Besichtigung des gr\u00f6ssten deutschen Soldatenfriedhofs im s\u00fcdlichen Europa. Weiterfahrt \u00fcber Bologna, Mailand, Chiasso nach Z\u00fcrich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><strong>Reiseleitung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Felix V. Derungs, Oberst i Gst aD, Bassersdorf<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ulrich Pfister&#8217;s Reisebericht<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">(<a href=\"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/old-page\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Toskana.pdf\">Toskana<\/a>\u00a0als PDF zum downloaden)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Was bietet die Toskana an milit\u00e4rhistorischen Ereignissen? Das Programm der Reise, die im Oktober nach sechs Jahren zum zweiten Mal stattfand, spannte sich von einer Schlacht im fr\u00fchen Mittelalter bis zum Kampf am Futapass fast am Ende des Zweiten Weltkriegs. W\u00e4re da nicht noch Napoleons achtmonatiger Aufenthalt auf Elba, es g\u00e4be wenig her. Doch die 18 Reiseteilnehmer, die sich zur langen Busfahrt in Z\u00fcrich einfanden, wussten, dass die Toskana noch viel mehr zu bieten hat, an Geschichte, Kultur und Sinnenfreuden aller Art.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Busfahrt durch den Gotthard gab Anlass zu einer Einlage der besonderen Art. Richard Heierli gab uns von der Strasse aus einen spannenden, kenntnisreichen Anschauungsunterricht \u00fcber das Neat-Projekt. Dass italienische Autobahnrestaurants zwei Ein- und Ausg\u00e4nge haben, sorgte nach dem Mittagessen f\u00fcr eine kleinere Verwirrung, was Roland B\u00fchler \u2013 zuverl\u00e4ssig wie immer \u2013 nicht daran hinderte, uns so rechtzeitig nach Piombino zu fahren, dass wir mit der fr\u00fcheren F\u00e4hre nach Elba \u00fcbersetzen konnten. Was Napoleon I. als Kaiser vor\u00fcbergehend nur noch von Elba in den wenigen Monaten seiner Verbannung hier leistete, ist frappant: Er stattete nicht nur seine vier Aufenthaltsorte aus, sondern organisierte sein kleines Reich, liess Strassen bauen, f\u00f6rderte den Weinbau und die Seidenherstellung, reformierte die Salzgewinnung und f\u00fchrte die M\u00fcllabfuhr ein. Daneben empfing er G\u00e4ste aus der ganzen Welt und bereitete seine Flucht vor. Nach der Besichtigung des St\u00e4dtchens Porteferraio f\u00fchrt eine Rundfahrt durch die gebirgige Insel zur Sommerresidenz San Martino, die, anders als die Villa in der Stadt, mit ihrer standesgem\u00e4ssen Ausstattung besichtigt werden konnte. Am Nachmittag ging es mit F\u00e4hre und Bus weiter nach Siena.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Themen- und Zeitenwechsel. Die Stadtf\u00fchrerin, eine leidenschaftliche Sieneserin, zeigte nicht nur mit ansteckender Begeisterung die bekannten Sehensw\u00fcrdigkeiten Sienas, sondern vermittelte ebenso eindringlich die das letzte Jahrtausend \u00fcberdauernde Rivalit\u00e4t der beiden stolzen St\u00e4dte Florenz und Siena. Zehn zu Null h\u00e4tten sie damals gesiegt, im Jahr 1260, und auf diesen einmaligen Erfolg sind sie heute noch stolz. Bei Montaperti, s\u00fcdlich der Stadt, fand diese denkw\u00fcrdige Schlacht statt. In dieser malerischen Landschaft sollen 10&#8217;000 Florentiner und 600 Sieneser ihr Leben verloren haben. Vom blutrot gef\u00e4rbten Fl\u00fcsschen Arbia schreibt gar Dante in der &#8222;Divina Commedia&#8220;. Noch heute wird der Muttergottes, die von den Sienesern vor dem drohenden Einfall der Florentiner um Hilfe angefleht wurde, nach jedem Palio die Danksagung der Sieger dargebracht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Geschichte lebt. Das l\u00e4sst sich in dieser grossartigen mittelalterlichen Kulturlandschaft ganz allgemein sagen. Am sch\u00f6nsten vielleicht in Pienza, der vom gelehrten Humanisten Enea Silvio Piccolomini, dem sp\u00e4teren Papst Pius II., geplanten und gebauten &#8222;idealen Stadt&#8220;. Sie ist klein, aber die wichtigen Bauten der weltlichen und geistlichen Macht gruppieren sich in seltener Ausgewogenheit rund um den zentralen Platz. Die Trattoria La Buca delle Fate steigerte noch den harmonischen Eindruck, sie h\u00e4tte f\u00fcr das Mittagessen wohl die meisten Punkte der ganzen Reise gewonnen. Weiter ging es nach Montepulciano, der &#8222;Perle der Renaissance&#8220;, wie es in der Dokumentation hiess. Nach dem Tempel San Biago als Vorposten spazierten wir bequem von oben nach unten durch die malerische Stadt. Das touristische Angebot pr\u00e4sentiert sich wie eh und je, aber man sp\u00fcrt da und dort Spuren der Krise. Montepulciano ist auch die Stadt der ber\u00fchmten noblen Weine. Und einer der Besitzer eines Weingutes ist unser Reisleiter Felix Derungs. Keine Frage, dass er uns hier das Highlight unserer Reise pr\u00e4sentiert; die Degustation der Canneto- Produkte, draussen auf der Wiese mit Blick in die Landschaft, endlich einmal bei sch\u00f6nem Wetter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Den \u00dcbergang zum Thema des letzten Tages, dem Zweiten Weltkrieg, hatten wir bereits vorher eingeleitet. Auf der Fahrt nach Pienza machten wir im Val d\u2019Orcia einen Abstecher zum Landgut La Foce, das einem Grossgrundbesitzer adliger Herkunft geh\u00f6rte und heute touristisch betrieben wird. Die Gutsherrin Iris Origo, eine geb\u00fcrtige Britin, schrieb ab 1943 das Toskanische Tagebuch, in dem sie schilderte, wie sie auf ihrem Gut das wechselnde Kriegsgeschehen erlebte. Unser Reiseleiter las w\u00e4hrend der Busfahrt Stellen aus diesem eindr\u00fccklichen authentischen Buch vor, das heute leider nicht mehr erh\u00e4ltlich ist. Mitten in der friedlich gestimmten Landschaft die Erinnerung an die d\u00fcstere Zeit, als die Alliierten sich von S\u00fcden her gegen den erbitterten Widerstand der Deutschen durch Italien hinauf k\u00e4mpften. Die letzten K\u00e4mpfe lieferten sie sich an der Gotenlinie auf dem Apennin. Die R\u00fcckfahrt \u00fcber die alte Passstrasse bot Gelegenheit, im Gel\u00e4nde am Futapass im Detail die langwierige Operation der amerikanischen 91. Inf Div nachzuvollziehen, auch wenn Italien alle Spuren getilgt hat. Nebel und Regen brachte die Reisegruppe in eine dem Kriegsgeschehen ad\u00e4quate Stimmung. Der Besuch des deutschen Milit\u00e4rfriedhofs auf dem Pass liess den toskanischen Herbst tr\u00fcbe ausklingen, bevor sich bei einem guten Mittagessen die Munterkeit wieder einstellte und die lange R\u00fcckreise erlaubte, die vielen Erlebnisse unterschiedlichster Art Revue passieren zu lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr Felix Derungs war es vielleicht doch noch nicht die letzte Reise als Reiseleiter, aber jedenfalls die letzte in seiner Zeit als Reisechef der<span style=\"color: #000000;\"> GMS. Dass ihm die Toskana ans Herz gewachsen ist, wussten wir, schon bevor wir &#8222;sein&#8220; Weingut besuchten. Wie seine detaillierte Dokumentation und die m\u00fcndlichen Informationen w\u00e4hrend der Reise bewiesen, hat er sich eingehend mit allen Facetten der Geschichte befasst und uns einen fundierten \u00dcberblick \u00fcber die gr\u00f6sseren Zusammenh\u00e4nge \u2013 in Italien wurde ja immer auch Weltgeschichte geschrieben \u2013 vermittelt. Die Reisegruppe dankt Felix Derungs aber auch f\u00fcr die stets zuverl\u00e4ssige Organisation und sein Geschick, in der Reisegesellschaft eine kultivierte Atmosph\u00e4re zu schaffen \u2013 so kultiviert wie das Land, wo die Zitronen bl\u00fchen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><i>Text: Ulrich Pfister (Z\u00fcrich)<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Felix V. Derungs, beendet mit dieser\u00a0f\u00fcnft\u00e4gigen Reise in die Toskana seine\u00a0Arbeit als Reisechef der GMS. Dabei stehen die nachfolgenden Themen im Fokus: Die Herrschaft Napoleons I. in Italien, zwischen der Franz\u00f6sischen Revolution und dem Wiener Kongress. 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