{"id":1418,"date":"2011-05-13T09:12:08","date_gmt":"2011-05-13T07:12:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/?p=1418"},"modified":"2022-01-25T10:00:57","modified_gmt":"2022-01-25T09:00:57","slug":"24-2012-sonderbund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/reisen\/24-2012-sonderbund\/","title":{"rendered":"24-2012 Sonderbundskrieg"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>B\u00fcrgerkrieg, Religionskrieg oder Interessenskonflikt?<\/p>\n<p>Hans Rudolf Fuhrer begleitet Sie w\u00e4hrend einem Tag in die Klosterkirche von Muri und zu historischen Standorten der Gefechte bei Geltwil und bei Gisikon\/Meierskappel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>08.15\u00a0 Abfahrt mit Bus ab Z\u00fcrich, Carparkplatz Sihlquai<\/p>\n<p>Kaffeehalt in Muri, Einf\u00fchrung in das Thema und Besuch der Klosterkirche. Anschliessend Fahrt nach Geltwil und Orientierung \u00fcber das dortige Gefecht<\/p>\n<p>12.30\u00a0 Mittagessen in Gisikon<\/p>\n<p>Weiterfahrt zu den Schaupl\u00e4tzen der Gefechte von Gisikon und Meierskappel sowie zum \u00dcbergang von Michaelskreuz. Danach R\u00fcckfahrt nach Z\u00fcrich<\/p>\n<p>18.30\u00a0 ca. Ankunft in Z\u00fcrich, Carparkplatz Sihlquai<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Reiseleitung<\/strong><\/p>\n<p>Hans Rudolf Fuhrer, PD Dr., Meilen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/old-page\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/HR2-80.Reisen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4493\" src=\"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/old-page\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/HR2-80.Reisen-300x199.jpg\" alt=\"S\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a><\/p>\n<p>PD Dr. Hans Rudolf Fuhrers 80. Reise als GMS-Reiseleiter<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Margrith Lehner&#8217;s Reisebericht <\/strong>(als PDF downloaden: <a href=\"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/old-page\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/GMS-24-2012-Sonderbundskrieg.pdf\">GMS 24 2012 Sonderbundskrieg<\/a>)<\/p>\n<p>Auf der Fahrt von Z\u00fcrich nach Muri stimmte uns Reiseleiter PD Dr. Hansruedi Fuhrer in das Thema ein mit dem Bericht eines Soldaten \u00fcber den Weg von Rehetobel nach Muri, zu Fuss, per Schiff und, damals eine Sensation, mit der Bahn von Z\u00fcrich nach Baden. Nach dem Kaffee in Muri fasste er die Vorgeschichte des Krieges zusammen. Ab 1830 war es zur Polarisierung zwischen den liberalen, im Siebner Konkordat (ZH, BE, LU, SO, SG, AG, TG) und den konservativen, im Sarnerbund (UR, SZ, NW, NE, BS) zusammengeschlossenen Kantonen gekommen. Die in der 1831 angenommenen Verfassung enthaltene Zentralisierung lehnten die Konservativen, welche die Autonomie der Kantone beibehalten wollten, ab.<\/p>\n<p>Als die Badener Artikel die Kontrolle des Staates \u00fcber die Kirche forderten und 1841 Kl\u00f6ster aufgehoben wurden, kam es zur Konfessionalisierung. Freischarenz\u00fcge gegen Luzern, das unter Josef Leu von Ebersol konservativ geworden war, die Berufung von Jesuiten und die Ermordung von Leu radikalisierten den Konflikt. Die Konservativen bildeten den Sonderbund mit Kriegsrat und r\u00fcsteten auf, die Tagsatzung beschloss den Krieg.<\/p>\n<p>General Henri Dufour, Oberkommandierender der Tagsatzungstruppen, war mit sieben Divisionen und alleiniger Befehlsgewalt im Vorteil gegen\u00fcber dem Kommandanten der Sonderbundstruppen, Ulrich von Salis, mit drei Divisionen und erschwerter F\u00fchrung durch das Mitspracherecht des Kriegsrates. \u00d6sterreich verweigerte die erbetene Hilfe aus Furcht vor Auseinandersetzungen mit Frankreich.<\/p>\n<p>Dufour plante, mit einem ersten Sieg \u00fcber das schwache Freiburg seine Soldaten zu motivieren, dann gegen Luzern, und, falls noch notwendig gegen das Wallis zu k\u00e4mpfen. Grosse \u00dcbermacht in einzelnen Gefechten zur Vermeidung von Dem\u00fctigung des Gegners und schonender Umgang mit Besiegten sollten gute Voraussetzungen f\u00fcr sp\u00e4tere Friedensverhandlungen schaffen.<\/p>\n<p>In der Klosterkirche Muri genossen wir nach Schilderung der Geschichte und Beschreibung der Orgeln ein Konzert des Organisten Johannes Strobl mit der Toccata und Fuge in d-moll von Johann Sebastian Bach als H\u00f6hepunkt. In Geltwil folgte der erste Besuch der Kriegsschaupl\u00e4tze. Franz von Elgger, Generalstabschef der Sonderbundstruppen, war hier von Westen her auf dem Vormarsch nach Muri, wo ein gemeinsamer Angriff mit dem von S\u00fcden der Reuss entlang vorr\u00fcckenden von Salis geplant war. Im dichten Nebel verliefen sich die Soldaten. Es verblieben von 6\u2019000 Mann nur 1\u2019000. Diese ergriffen nach pl\u00f6tzlichem Angriff von Aargauern die Flucht, w\u00e4hrend sich Elgger um seinen 14-j\u00e4hrigen verwundeten Sohn k\u00fcmmerte. Da auch von Salis zum R\u00fcckzug gezwungen wurde, war der erste und einzige Angriff der Sonderbundstruppe schon im Vorfeld gescheitert.<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen fuhren wir nach Honau, wo Hansruedi Fuhrer das f\u00fcr den Krieg entscheidende Gefecht von Gisikon vom 23. November 1847 erkl\u00e4rte. An unserem Standort lag vor uns die Reuss mit der Br\u00fccke von Gisikon, hinter uns der Rooterberg mit Michaelskreuz und das Gebiet von Zug, das am Vortag kapituliert hatte. Zu diesem Zeitpunkt war Freiburg besiegt, und waren 4 Divisionen gegen die Reuss marschiert, wobei die 4. unter Ziegler und die 5. unter Gm\u00fcr das Schwergewicht bildeten. Am Morgen des 23. November erfolgte der Angriff der Division Ziegler. Eine Brigade r\u00fcckte auf der linken Seite entlang der Reuss zum Frontalangriff auf Gisikon vor, die \u00fcbrigen setzten auf der Pontonbr\u00fccke in Sins und einer zweiten, in der Nacht erstellten, auf das rechte Ufer \u00fcber. Der Raum Honau wurde fast kampflos eingenommen. Die Gesch\u00fctzmannschaften zogen sich nach kurzem Duell nach Gisikon zur\u00fcck, nur die Scharfsch\u00fctzen aus Ob- und Nidwalden auf der H\u00f6he des Rooterberges gaben erst auf, als Ziegler mit seinem Tambour an der Spitze seiner Einheit gegen sie marschierte. Die 3 in Gisikon angreifenden Brigaden mussten wegen maximaler Schussweite von 1\u2019000 m die Kanonen sehr nahe an der Br\u00fccke aufstellen. Vorerst konnten die Luzerner die Angreifer zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Mit pers\u00f6nlichem Einsatz von Egloff gelang es 5\u00bd Batterien die vorr\u00fcckenden Kompanien aufzuhalten. Nach zweist\u00fcndiger Kanonade, bei der von Salis an der Schl\u00e4fe getroffen wurde, mussten sich die Luzerner nach Ebikon zur\u00fcckziehen. Zur einzigen Pl\u00fcnderung w\u00e4hrend dieses Krieges kam es durch die Truppen Zieglers, da die K\u00fcche in Sins zur\u00fcck geblieben war.<\/p>\n<p>Meierskappel, von den 2 Schwyzer Bataillonen Dober und Beeler verteidigt, wurde von Brigade 2 (Isler) und 3 (Ritter) angegriffen, beide aus der 5. Division von Gm\u00fcr. Nach hartem Kampf gegen Dober gelang Ritter der Durchbruch im Engnis zwischen Rooterberg und Chilchberg und der Vormarsch nach Udligenswil. Mit dem Fall des Schl\u00fcsselgel\u00e4ndes von Gisikon und Meierskappel war der Weg nach Luzern frei.<\/p>\n<p>Auf Michaelskreuz, das vom Luzerner Landsturm schon vor dem Angriff aufgegeben worden war, las uns der Reiseleiter den Tagesbefehl vom 23. November von Dufour vor. Dieser forderte Schonung der Besiegten, der Zivilbev\u00f6lkerung und der Kirchen und verbot Pl\u00fcnderungen. Ziegler, Platzkommandant in Luzern, das von Regierung und Kriegsrat verlassen worden und mit den am 24. November einmarschierenden Truppen \u00fcberf\u00fcllt war, gelang es, den Befehl Dufours durchzusetzen. Als Dank erhielt er den in Kappel gestohlenen Helm und das Schwert von Ulrich Zwingli.<\/p>\n<p>Nach dem Fall von Luzern gaben die \u00fcbrigen Kantone auf. Der Krieg hatte vierzehn Tage gedauert, 104 Tote und, da es kaum zum Nahkampf kam, \u201enur\u201c 309 Verletzte gefordert. Die Grossm\u00e4chte drohten wiederholt mit Interventionen. Am 28. November unterbreiteten sie ein Vermittlungsangebot, das die Schweiz dankend ablehnte. Dank der klugen F\u00fchrung Dufours kam 1848 die Bundesverfassung zustande.<\/p>\n<p>Wir verabschiedeten uns vom Reiseleiter mit Dank f\u00fcr die wie immer erstklassige F\u00fchrung.<\/p>\n<p><em>Text: Margrit Lehner (Appenzell)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; B\u00fcrgerkrieg, Religionskrieg oder Interessenskonflikt? 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