{"id":2610,"date":"2011-11-27T20:51:21","date_gmt":"2011-11-27T20:51:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/?p=2610"},"modified":"2011-11-27T20:51:21","modified_gmt":"2011-11-27T20:51:21","slug":"gms-fruhjahrstagung-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/tagungen\/gms-fruhjahrstagung-2012\/","title":{"rendered":"GMS Fr\u00fchjahrstagung 2012"},"content":{"rendered":"<p>Thema: Der Russlandfeldzug Napoleons 1812 und die Schweiz<\/p>\n<p>Samstag, 25. Februar 2012, 0945 bis\u00a01230\u00a0Uhr, ETH Z\u00fcrich, Raum E 7<\/p>\n<p><strong>2012 j\u00e4hrt sich zum 200. Mal der Russlandfeldzug der \u201eGrande Arm\u00e9e\u201c Napoleons. Die GMS widmet diesem Ereignis nicht nur zwei Reisen im Juli und August, sondern auch die Fr\u00fchjahrstagung, der rund 180 Personen gefolgt sind. <\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Der Russlandfeldzug und das Schicksal der Schweizer sind schon vielfach diskutiert und publiziert worden. Der GMS ging es in der Tagung prim\u00e4r darum, nach einem einleitenden \u00dcberblick \u00fcber den Verlauf des Russlandfeldzugs Einzelschicksalen auf den Grund zu gehen.<\/p>\n<p><strong>Grenadieroberleutnant Thomas Legler<\/strong><\/p>\n<p>Die Erlebnisse von Thomas Legler im Russlandfeldzug schilderte der ehemalige Kantonsschullehrer und Rektor Jean Jacques Streiff, Brigadekommandant a D. Er hat sie auch in einem j\u00fcngst herausgekommenen Buch niedergeschrieben. Thomas Legler, geboren 1782, hat als Zugf\u00fchrer und Grenadieroberleutnant den Russlandfeldzug erlebt. Ab 1803 diente er im 1. Schweizerregiment unter Ragettli und stand im Dienst des K\u00f6nigreichs Neapel. 1811 kam der Befehl, nach Stettin zu verschieben, wo sich alle vier Schweizer Regimenter f\u00fcr den Russland Feldzug besammeln mussten. Die vier Regimenter wurden Oudinot zugewiesen. Gegner war das russische Heer von Graf Wittgenstein. Die Schweizer waren vielfach Reserve, weil sie gut als Verteidiger eingesetzt werden konnten. In der zweiten Schlacht von Polozk standen sie hingegen an der Front. Legler gelangte danach an die Beresina. Seine Aufzeichnungen geben Auskunft \u00fcber das Ausmass des Krieges. Von ehemals 1\u2018300 Schweizern im Korps Oudinot verblieben am Abend des 28. November nach der denkw\u00fcrdigen Schlacht an der Beresina nur noch 300. Zu diesem Zeitpunkt stimmte er jenes Lied an, das heute als Beresinalied eine grosse Bekanntheit erreicht hat. Vom Beresinalied war lange nichts bekannt. Erst 1868, als der Sohn von Thomas Legler das Lied aufzeichnete, kam es an die \u00d6ffentlichkeit. Der Begriff Beresinalied ist erst seit 1912 gebr\u00e4uchlich, als Hans Indergand sein Gesangsbuch f\u00fcr Soldaten herausgab und das Lied als solches bezeichnete. Thomas Legler hatte das Privileg, als einer der wenigen in die Schweiz zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Er diente sp\u00e4ter als Hauptmann unter Ludwig XVIII, dem Nachfolger Napoleons.<\/p>\n<p><strong>Das Schicksal der Luzerner Soldaten<\/strong><\/p>\n<p>Die Luzerner Historikerin Ruth Estermann setzte sich in ihrer Masterarbeit mit dem Schicksal der Luzerner Soldaten auseinander und machte eine Untersuchung \u00fcber das Rekrutierungswesen im Kanton Luzern, die Gr\u00fcnde und das Schicksal der Luzerner Soldaten und wer sie waren. Gemessen an der Bev\u00f6lkerungszahl musste der Kanton Luzern 896 Soldaten stellen. Die Anwerbung war schwierig, da Frankreich nach der Besetzung der Schweiz nicht mehr beliebt war. F\u00fcr den Dienst musste sich jemand f\u00fcr mindestens vier Jahre verpflichten. Jede Gemeinde selbst musste ihre Leute finden. Es gab ein Pr\u00e4miengeld von 8 bis 32.- und ein Anbringgeld f\u00fcr Werber von 8 bis 24 Franken. Ab dem 31. Dezember 1806 war eine Zwangsrekrutierung f\u00fcr Diebe, Kritiker der Regierung und der Kirche, Nachtschw\u00e4rmer ua. per Gerichtsbeschluss m\u00f6glich. F\u00fcr jene, die freiwillig in den Dienst gingen, war Geld die gr\u00f6sste Motivation. 55% waren Knechte aus der Landwirtschaft,\u00a013% Handwerker und 13% Leute aus dem Textilgewerbe bzw. \u00a08% aus dem Baugewerbe. Im Schnitt z\u00e4hlten sie 24 Jahre. Die meisten M\u00e4nner aber waren bei der Anwerbung 18 oder 19 Jahre alt. Anhand des Beispiels von Heinrich Peyer (1785) aus Willisau schilderte Ruth Estermann Motive, Anwerbung und Dienst w\u00e4hrend des Russlandfeldzugs. Die Aufzeichnungen publizierte seine Ehefrau Katharina Morel.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcnde f\u00fcr den Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr den Russlandfeldzug nannte einleitend Hans Rudolf Fuhrer. Sie lagen in Napoleon Bonaparte (1769-1821) als Person, der abg\u00f6ttisch verehrt wurde, aber auch in der Person von Alexander I. (1777-1825), der infolge der Kontinentalsperre unter dem Druck der Kaufleute in Russland stand und seine pers\u00f6nliche Ehre und jene Russlands herstellen musste. Alexander I., der kein Stratege war, \u00fcberliess die Kriegf\u00fchrung seinen Gener\u00e4len, die defensiv war. Die russische Seite ist ohne grosse Absprachen in den Feldzug gegangen. F\u00fcr die Niederlage Napoleons gab es viele rationale Gr\u00fcnde wie die ungeheure Ausdehnung des Landes, die Versorgung, die Fluss\u00fcberg\u00e4nge als schwer zu bew\u00e4ltigende Hindernisse, die schwierige bis unm\u00f6gliche Koordination der Aktionen und andere. Als der erste Schnee fiel und Napoleon feststellte, dass er zu lange in Moskau verweilte, war er schon besiegt. \u00a0<\/p>\n<p>Dr. Dieter Kl\u00e4y, Winterthur<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Der Russlandfeldzug Napoleons 1812 und die Schweiz Samstag, 25. 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