{"id":3784,"date":"2012-10-03T23:09:21","date_gmt":"2012-10-03T23:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/?p=3784"},"modified":"2012-10-03T23:09:21","modified_gmt":"2012-10-03T23:09:21","slug":"gms-herbsttagung-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/tagungen\/gms-herbsttagung-2012\/","title":{"rendered":"GMS Herbsttagung 2012"},"content":{"rendered":"<p>Thema: <strong>Zweiter Villmergerkrieg 1712<\/strong><\/p>\n<p>Samstag, 10. November 2012, 0945 bis\u00a01230\u00a0Uhr, Uni Z\u00fcrich KOH B-10<\/p>\n<p>2012 j\u00e4hrte sich zum dreihundertsten Mal der Zweite Villmerger-, Toggenburger- oder Zw\u00f6lferkrieg. Die Herbsttagung 2012 gab einen \u00dcberblick \u00fcber dieses f\u00fcr die Schweiz historisch wichtige Ereignis. Rund 120 Interessierte folgten den Referenten, die das Ereignis aus unterschiedlicher Sichtweise beleuchteten<\/p>\n<p><strong>Referenten:<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Christian B\u00e4der, Oberst i Gst<br \/>\n&#8211; Dr. Heinz Horat, Direktor historisches Museum Luzern<br \/>\n&#8211; Dr. Marco Sigg, MILAK\/ETHZ0<\/p>\n<p><!--more-->Der zweite Villmerger Krieg war der \u00dcbergang von der alten eidgen\u00f6ssischen Schlachtordnung zu einer moderneren Kriegf\u00fchrung. Berufsoffizier Oberst i Gst Christian B\u00e4der gab in seinem Referat \u201eDer Zw\u00f6lferkrieg: Kampf um die Vorherrschaft in der Eidgenossenschaft\u201c nicht nur einen \u00dcberblick \u00fcber den Kampfverlauf, sondern legte auch ein Augenmerk auf die Reformschritte des damaligen Wehrwesens. Der erste Villmerger Krieg von 1656 war noch in der vom Mittelalter gepr\u00e4gten alteidgen\u00f6ssischen Kriegf\u00fchrung mit Gevierthaufen und blanker Waffe gef\u00fchrt worden. Er endete mit einem Erfolg der katholischen F\u00fcnf Orte und f\u00fchrte zum Dritten Landfrieden. Dies \u00e4nderte sich Anfang des 18. Jahrhunderts im Zweiten Villmerger Krieg von 1712. Die reformierten Truppen entschieden diesen Krieg f\u00fcr sich. Die wirtschaftlich starken St\u00e4dte Z\u00fcrich und Bern gewannen politisch an Einfluss, w\u00e4hrend die katholische Innerschweiz an Bedeutung verlor. Insbesondere die Berner, aber auch die Z\u00fcrcher Truppen orientierten sich an den Milit\u00e4rreformen Englands und Hollands. Neu wurden t\u00e4gliches Exerzieren, Drill im Waffengebrauch und gestraffte Befehlsverh\u00e4ltnisse eingef\u00fchrt. Die Truppen wurden in Brigaden und Bataillonen organisiert.<\/p>\n<p><b>Z\u00fcrcher gegen Schwyzer<\/b><\/p>\n<p>Marco Sigg, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Milit\u00e4rakademie der ETHZ, zeigte das Gef\u00e4lle im Wehrwesen in seinem Referat \u201eDer Nebenkriegsschauplatz an der z\u00fcrcherisch-schwyzerischen Grenze 1712 &#8211; ein Schlaglicht auf Kriegsf\u00fchrung und Wehrwesen von Z\u00fcrich und Schwyz\u201c am Beispiel der Z\u00fcrcher und Schwyzer. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts hat Z\u00fcrich mit der grundlegenden Modernisierung seines Wehrwesens begonnen. 1644 wurde die Kavallerie geschaffen und 1657 das Artilleriewesen modernisiert. Die Ausbildung der Gesch\u00fctzbedienungen und Offiziere erfolgte damals auf privater Basis im heute noch existierenden Artilleriekollegium. Die Schwyzer zogen wenig vorbereitet in den Kampf. Sie litten an Geld und Verpflegung und zeigten Aufl\u00f6sungserscheinungen. Es kam zu Disziplinlosigkeiten, Desertionen und Befehlsverweigerung.<\/p>\n<p><b>Bezug zur Kunstgeschichte<\/b><\/p>\n<p>Die Epoche zwischen den beiden Villmerger Kriegen war gekennzeichnet von der milit\u00e4rischen Aufr\u00fcstung auf reformierter Seite. Das l\u00f6ste bei den Katholiken ein Gef\u00fchl der Bedrohung aus. Monumentale Befestigungen entstanden. Mit der Argumentation, die Protestanten bef\u00e4nden sich in der Defensive, wurde in Z\u00fcrich zwischen 1642 und 1678 eine riesige Festung erstellt. Aarburg wurde milit\u00e4risch zum wichtigen protestantischen Bollwerk inmitten der katholischen Bedrohung. Heinz Horat, Direktor des historischen Museums Luzern, beleuchtete den Zweiten Villmerger Krieg anhand eines Gem\u00e4ldes in der Lorettokapelle in Buochs. Nach dem Krieg wurden die Ereignisse in diversen Kunstgegenst\u00e4nden verewigt.<\/p>\n<p>Hans Rudolf Fuhrer beurteilt die Frage, ob die beiden Villmerger Kriege Glaubenskriege waren, differenziert. \u201eDie f\u00fcnf eidgen\u00f6ssischen Glaubenskriege waren Konflikte, in denen die Religion, bzw. die Konfession neben gesellschaftlichen, machtpolitischen oder \u00f6konomischen Zielen eine wesentliche Rolle spielten.\u201c<\/p>\n<p><i>Dr. Dieter Kl\u00e4y, Winterthur<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Zweiter Villmergerkrieg 1712 Samstag, 10. November 2012, 0945 bis\u00a01230\u00a0Uhr, Uni Z\u00fcrich KOH B-10 2012 j\u00e4hrte sich zum dreihundertsten Mal der Zweite Villmerger-, Toggenburger- oder Zw\u00f6lferkrieg. Die Herbsttagung 2012 gab einen \u00dcberblick \u00fcber dieses f\u00fcr die Schweiz historisch wichtige Ereignis. 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