{"id":570,"date":"2011-02-10T21:20:39","date_gmt":"2011-02-10T20:20:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mediendokumentation.ch\/gms-reisen.ch\/?p=570"},"modified":"2021-10-16T16:38:50","modified_gmt":"2021-10-16T14:38:50","slug":"spanien-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/reisen\/gms-reisearchiv-2011\/spanien-iii\/","title":{"rendered":"Spanien III"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Santa Mar\u00eda del Naranco\" alt=\"Santa Mar\u00eda del Naranco\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/4\/4a\/Santa_Maria_del_Naranco_1.JPG?uselang=de\" width=\"420\" height=\"279\" \/><\/p>\n<p>Die Reise ist eine Rundreise: Sie beginnt in Madrid, geht dann nach Nordosten bis Pamplona und Roncesvalles (Rolandslied) und f\u00fchrt dann der Nordk\u00fcste entlang nach Westen bis Gijon.<!--more--> Von dort geht es s\u00fcdw\u00e4rts \u00fcber Oviedo, Leon und Salamanca wieder nach Madrid. Die Reise ist ausgewogen bez\u00fcglich milit\u00e4rischer und kultureller Belange. In der Kultur geht es um Kathedralen, Kl\u00f6ster und vorromanische Kirchen, um das Pilgerwesen auf dem Jakobsweg und um den Besuch im Guggenheim-Museum in Bilbao. Milit\u00e4risch wird der spanische B\u00fcrgerkrieg behandelt und zwar die mittlere Phase vom M\u00e4rz bis zum Oktober 1937. Zudem werden zwei Schlachten im Rahmen der europ\u00e4ischen Auseinandersetzungen zwischen den Franzosen (Napoleon) und den Engl\u00e4ndern unter Wellington behandelt.<\/p>\n<h3>Samstag<\/h3>\n<p>12.25 Abflug ab Z\u00fcrich mit Swiss, Kurs LX 2026, 14.45 Landung in Madrid, Mittagessen ausserhalb von Madrid. Anschliessend Fahrt nach Burgos, wo nach einem gefl\u00fcgelten Wort sogar die Steine \u201enational\u201c waren. Rundgang durch Burgos; von aussen Besichtigung des ehemaligen Regierungssitzes von General Franco 1936 &#8211; 1938 und der Casa del Cordon (Haus des Stricks), welche im 15. Jahrhundert f\u00fcr die Kronfeldherren Kastiliens errichtet wurde. Hier wurde auch Christoph Kolumbus nach der R\u00fcckkehr von seiner zweiten Reise von den katholischen K\u00f6nigen empfangen. Abendessen fakultativ. \u00dcbernachtung imHotel NH Palacio de la Merced, Burgos<\/p>\n<h3>Sonntag<\/h3>\n<p>Besuch der Kathedrale von Burgos mit der Grabst\u00e4tte von El Cid, dem ber\u00fchmten Heerf\u00fchrer. Fahrt nach Vitoria. Besuch des Milit\u00e4rmuseums mit dem Modell der Schlacht von Vitoria vom 21.06.1813, bei der die Franzosen von den Spaniern, den Portugiesen und den Engl\u00e4ndern unter Wellington entscheidend geschlagen wurden. Rundgang durch die Stadt und Besichtigung des Vitoria-Schlachtdenkmals im Zentrum. Gemeinsames Mittagessen in Vitoria. Weiterfahrt nach Pamplona. Stadtrundgang durch Pamplona, der fr\u00fcheren Hauptstadt des K\u00f6nigreichs Navarra; der Ursprung ist r\u00f6misch; st\u00e4dtebaulich sehr interessante Stadt. Gemeinsames Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel Tres Reyes, Pamplona<\/p>\n<h3>Montag<\/h3>\n<p>Abfahrt nach Roncesvalles, ein von Pilgern viel benutzter Grenz\u00fcbergang; 778 ber\u00fchmt geworden durch den Sieg der navarresischen Basken \u00fcber die Nachhut des Heeres Karls des Grossen. Die Nachhut stand unter dem Kommando von Roland. Das Rolandslied ist das \u00e4lteste franz\u00f6sische Heldenlied. Besichtigung der Anlagen, insbesondere der k\u00f6niglichen Stiftskirche (Real Colegiata). Gemeinsames Mittagessen in einem Pilgerrestaurant. R\u00fcckfahrt nach Pamplona, Gemeinsames Abendessen im Restaurant Las Caballerizas in Pamplona. \u00dcbernachtung im Hotel Tres Reyes, Pamplona<\/p>\n<h3>Dienstag<\/h3>\n<p>Fahrt nach San Sebastian, Perle des Golfs von Biskaya. Die Stadt wurde 1936 von den Basken kampflos den aufst\u00e4ndischen Nationalen \u00fcberlassen, damit sie nicht zerst\u00f6rt werde. Fahrt auf den Aussichtsberg, Monte Igueldo, hier Aperitif undKleine Zwischenverpflegung. Weiterfahrt nach Gernika (=Guernica). Gemeinsames Mittagessen. Die Stadt ist ber\u00fchmt geworden wegen der Bombardierung am 26. April 1937 durch die deutsche Legion Condor; Besuch des Friedens-Museums (Gedenkst\u00e4tte der Bombardierung), der heiligen baskischen Eiche und des Sitzes des Landtages der Provinz Bizkaia (Aussenansicht). Weiterfahrt nach Bilbao, der Hauptstadt der Provinz Bizkaia. Besuch des Aussichtpunktes ARTXANDA \u00fcber der Stadt, Erkl\u00e4rungen zu den milit\u00e4rischen Operationen im B\u00fcrgerkrieg (Eiserner G\u00fcrtel, Blockade von Bilbao etc). Abendessen fakultativ. \u00dcbernachtung im Silken Gran Hotel Domine, Bilbao<\/p>\n<h3>Mittwoch<\/h3>\n<p>Stadtspaziergang dem Fluss Ria de Bilbao entlang zum Pl. Sagrado Corazon (kirchlich &#8211; religi\u00f6ses Symbol) Besuch des Guggenheim &#8211; Museums.Weiterfahrt nach Santander. Gemeinsames Mittagessen. Besuch des Aussichtpunktes CABO MAYOR mit Leuchtturm, Erkl\u00e4rung der milit\u00e4rischen Operationen um Santander im B\u00fcrgerkrieg. Weiterfahrt nach Gijon, Besuch des Aussichtspunktes Cerro de Santa Catalina (=CIMADEVILLA), \u00dcberblick \u00fcber die Stadt und den Hafen; Erkl\u00e4rungen zu den milit\u00e4rischen Operationen in und um Gijon. Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel ABBA Playa Gijon<\/p>\n<h3>Donnerstag<\/h3>\n<p>Fahrt \u00fcber Oviedo auf den Monte Naranco. Besuch der Wallfahrtskirchen Santa Maria del Naranco und der K\u00f6nigskapelle San Miguel de Lillo (beide Weltkulturerbe). Rundgang durch Oviedo, Besichtigung der Kathedrale mit dem angeblich sch\u00f6nsten Turm in Spanien, Bedeutung der Stadt beim Bergarbeiteraufstand 1934 und im B\u00fcrgerkrieg, (zweij\u00e4hrige Belagerung durch die Truppen der Republikaner). Mittagessenfakultativ. Weiterfahrt nach Leon. Stadtrundgang in Leon mit Besichtigung der Kathedrale. Gemeinsames Abendessen und \u00dcbernachtung im Parador San Marcos, Leon<\/p>\n<h3>Freitag<\/h3>\n<p>Fahrt nach Salamanca und direkt nach Arapiles, Schlacht von Arapiles (auch als Schlacht von Salamanca bezeichnet) am 22.07.1812, Besuch des Museums und des Schlachtfeldes, Mittagessen in Arapiles. R\u00fcckfahrt nach Salamanca, Abendessen in Salamanca. \u00dcbernachtung im Salamanca Forum Resort-Dona Brigida, Salamanca<\/p>\n<h3>Samstag<\/h3>\n<p>Rundgang durch Salamanca (ganze Altstadt Weltkulturerbe), Fahrt nach Avila, Imbisspause ausserhalb von Avila mit Blick auf die Stadt mit der imposanten Stadtmauer. Weiterfahrt nach Madrid, Flughafen Barajas 15.25 Abflug ab Madrid mit Swiss, Kurs LX 2027 17.35 Landung in Z\u00fcrich<\/p>\n<h3>Reiseleitung<\/h3>\n<p>Alfred Gilgen, Dr., a. Reg. Rat, Z\u00fcrich<br \/>\nJ\u00fcrg E. Schneider, Dr. phil., Z\u00fcrich<\/p>\n<h3>Dr. Chrisoph C. Baumann&#8217;s Reisebericht<\/h3>\n<p><strong>Spanien III<\/strong><\/p>\n<p>Eine ganze Palette <i>historischer Ereignisse <\/i>und von H\u00f6hepunkten aus <i>Architektur <\/i>und <i>Kunst <\/i>wurde uns w\u00e4hrend dieser Reise nach Nordspanien in angenehmster Weise pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>In diesem Teil Spaniens, welcher nie wirklich im Besitz der Araber war, begann die <i>Reconquista <\/i>durch Basken, Asturer und Franken. Beim Angriff Letzterer auf Pamplona 778 erlag bekanntlich der Held <i>Roland <\/i>bei <i>Roncesvalles <\/i>der Verfolgung durch baskische und sarazenische Krieger.<\/p>\n<p>Wir besuchten diesen ber\u00fchmten Ort, wo ein bekanntes Hospiz f\u00fcr Jakobspilger und eine k\u00f6nigliche Stiftskirche stehen. Pr\u00e4chtig ist das marmorne Grab Sanchos VII., des Siegers gegen die Araber in der Schlacht bei Las Navas de Tolosa (1212).<\/p>\n<p>Die Stadt <i>Pamplona <\/i>besitzt eine sch\u00f6ne gotische Kathedrale; sie bildete einstmals das Pantheon der K\u00f6nige von Navarra. Erhalten ist nur ein Grabmal, ein Meisterwerk burgundischer Bildhauerkunst. Der Stadtrundgang f\u00fchrte von der Plaza del Castillo aus durch die malerischen Strassen der Stadt, wo allj\u00e4hrlich die grausamen Stierhetzen stattfinden.<\/p>\n<p>In <i>Burgos <\/i>n\u00e4chtigten wir in einem ehemaligen Kloster, heute das Hotel Palacio de la Merced. Burgos war Hauptstadt des mit Asturien und Le\u00f3n vereinigten Kastilien. Am monumentalen Eingangstor der Stadt, der Puerta della Santa Maria, sind die Figuren Kaiser Karls V. und des Nationalhelden El Cid angebracht. Dieser ist als K\u00e4mpfer gegen die Araber die ber\u00fchmteste Pers\u00f6nlichkeit der Stadt und in der m\u00e4chtigen, hochgotischen Kathedrale bestattet. Wir betraten diese durch das sch\u00f6ne Sarmental-Portal. Der weite Innenraum besitzt ein grossartiges Chorgest\u00fchl und monumentale Retabeln hinter den Alt\u00e4ren. Eine Sehensw\u00fcrdigkeit ist auch die Casa del Cord\u00f3n (Haus des Stricks), wo Kolumbus nach seiner zweiten Reise 1497 von den Katholischen K\u00f6nigen empfangen wurde. Hier weilte auch Franz I. &#8222;als Gast&#8220; Karls V. nach seiner Niederlage bei Pavia 1525.<\/p>\n<p>Von Pamplona aus fuhren wir durch eine Klus zur K\u00fcste, welche seit jeher von Basken und keltischen Kantabrern besiedelt war. Hierhin fl\u00fcchteten Reste der Goten vor den Arabern. Letztere scheiterten hier h\u00e4ufig im Kampf (Schlacht von<span style=\"color: #000000;\">Covadonga 722), so dass dieser schmale K\u00fcstenstrich nie wirklich erobert wurde. Um Oviedo (Asturien) herum bildete sich unter K\u00f6nig Pelayo I. (dem Westgoten Pelagius) der <i>Ausgangspunkt zur Reconquista<\/i>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das malerische <i>San Sebastian <\/i>gilt als <i>Pendant <\/i>zu <i>Biarritz <\/i>und wurde im B\u00fcrgerkrieg nicht zerst\u00f6rt. Vom <i>Monte Igueldo <\/i>aus genossen wir den pr\u00e4chtigen Blick \u00fcber die Bucht. <i>Bilbao <\/i>hat nach der Errichtung des <i>Guggenheim-Museums <\/i>eine gewisse Ber\u00fchmtheit erlangt. Von einer Anh\u00f6he (Artxanda) aus hat man eine sch\u00f6ne \u00dcbersicht \u00fcber die Flussschleife und die Stadt. Das Museum sieht von hier attraktiv aus, aus der N\u00e4he gleicht es eher einer zerdr\u00fcckten Konservendose. \u00dcber <i>Gijon <\/i>gelangten wir auf der sch\u00f6nen K\u00fcstenstrasse nach <i>Oviedo<\/i>, dessen sp\u00e4tgotische Kathedrale einen sehenswerten Kirchenschatz besitzt. Einen H\u00f6hepunkt bildete der Besuch der Palastanlage des <i>Monte Naranco <\/i>(9. Jhdt.). Zwei Loggien gestatten eine pr\u00e4chtige Aussicht auf Oviedo und die kantabrischen Kordilleren. Diese K\u00f6nigsaula wurde sp\u00e4ter mit Einsetzen eines Altares zur <i>Santa Maria del Naranco <\/i>umfunktioniert. Als weiteres Prachtst\u00fcck vorromanischer Architektur steht die Kirche <i>San Juli\u00e1n de los Prados<\/i>. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Weiter ging unsere Fahrt nach <i>Le\u00f3n<\/i>. Dort schritten wir am <i>Renaissancepalast der Guzm\u00e1nes <\/i>und am von <i>Gaud\u00ed <\/i>entworfenem <i>Palast von Botines <\/i>vorbei. Die Besichtigung der <i>hochgotischen Kathedrale <\/i>stand im Mittelpunkt des Stadtbesuches. Sie besitzt ein imposantes Mittelschiff mit einem pr\u00e4chtigen Chorgest\u00fchl und einem Kranz von hohen, farbigen Glasfenstern. Der prachtvolle, manieristisch dekorierte Kreuzgang birgt das in all seiner Farbenpracht bewahrte Tor der &#8222;Jungfrau des W\u00fcrfels&#8220;. Wir gastierten im majest\u00e4tischen <i>Hostal de San Marcos<\/i>, dem mit einer beeindruckenden Renaissancefassade versehenen, ehemaligen Hospiz der Ordensritter von Santiago. Ganz in der N\u00e4he steht die alte R\u00f6merbr\u00fccke. Das Abendessen nahmen wir in einem festlichen Raum mit einer herrlich verzierten Kassettendecke ein. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Von Le\u00f3n aus f\u00fchrte die Reise weiter ins hochber\u00fchmte <i>Salamanca<\/i>. Die 1218 gegr\u00fcndete Universit\u00e4t stand auf der gleichen Stufe wie die Universit\u00e4ten von Bologna, Paris und Oxford. Auf dem pr\u00e4chtigen, mit den Wappen der Habsburger und des Reiches geschm\u00fcckten Renaissanceportal sind die Gr\u00fcnder, die Katholischen K\u00f6nige, verewigt. Die ber\u00fchmten Doppelkathedralen konnten wir leider nicht besichtigen, sahen daf\u00fcr das mit Jakobsmuscheln verzierte <i>Muschelhaus <\/i>und das Jesuitenkolleg mit den massiven, barocken Kircht\u00fcrmen (La Clerec\u00eda). Abschliessend schritten wir durch das an die K\u00e4mpfe mit den Karthagern erinnernde <i>Hannibaltor<\/i>. F\u00fcr die Informationen zu diesem ersten kulturhistorischen Teil war <i>Dr. J\u00fcrg E. Schneider <\/i>verantwortlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Epoche der Neuzeit gestaltete <i>Dr. Alfred Gilgen<\/i>. Zuerst zum <i>spanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg gegen die Franzosen <\/i>(1805\u20131812): Napoleon besetzte Portugal (Junot 1807), weil dieses die Versch\u00e4rfung der Kontinentalsperre gegen England nicht befolgte. Der spanische K\u00f6nig Ferdinand VII. musste die Krone einem Bruder Napoleons, Joseph, \u00fcbergeben. Im M\u00e4rz 1808 zog Murat in Madrid ein. Die Franzosen hatten allerdings nicht mit dem spanischen Volk gerechnet, das sich mit aller Kraft gegen sie zur Wehr setzte. Wiederum ging der <i>Aufstand von Oviedo <\/i>aus! Gegen die neue Guerillataktik konnten die Franzosen kaum aufkommen, zudem warWellington im August 1808 in Portugal gelandet, da die englische Flotte die See beherrschte (Trafalgar 1805!). Es folgte ein Desaster mit vielen Niederlagen. Der <i>spanische Aufstand wurde in ganz Europa mit gr\u00f6sstem Interesse verfolgt, <\/i>und \u00d6sterreich begann sich auch aufzulehnen: Jetzt musste der <i>Empereur <\/i>mit der <i>Grande Arm\u00e9e <\/i>selbst eingreifen, um den gef\u00e4hrlichen Brandherd zu ersticken. Bonaparte machte 1808 mit 300\u2019000 Mann den Weg nach Madrid frei. Den Feind aber schob er nur vor sich her, ohne ihn entscheidend zu besiegen. Im Januar 1809 zog Napoleon wieder nach Paris ab. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In Spanien behielten die Franzosen noch bis zum Russlandfeldzug die Initiative, danach befanden sie sich in der Defensive. <i>Zwei entscheidende Schlachten <\/i>wurden nun gegen die Franzosen geschlagen: am 22. Juli 1812 bei <i>Salamanca (Arapiles) <\/i>und am 21. Juni 1813 bei <i>Vitoria<\/i>. Die Erstere ist in einem kleinen Museum dargestellt: Auf zwei Feldherrenh\u00fcgeln (Arapil Grande und Arapil Chico) standen die gegnerischen Kommandanten, die Schlacht spielte sich zu ihren F\u00fcssen ab. Einen taktischen Fehler der Franzosen ausn\u00fctzend entschied Wellington die Schlacht gegen Marmont f\u00fcr sich. Bei <i>Vitoria <\/i>waren die Franzosen unter Joseph Bonaparte Wellington zahlenm\u00e4ssig unterlegen. \u00dcber die <i>&#8222;Drei Br\u00fccken&#8220; <\/i>hinwegsetzend, gelang es Wellington, Josephs Einheiten vernichtend in die Flanke zu fallen: Es war der letzte Kampf auf spanischem Boden gegen Frankreich. Im Dezember 1813 erhielt Ferdinand VII. seine Krone von Napoleon zur\u00fcck. Spanien geriet allerdings damit vom Regen in die Traufe: Der absolutistisch regierende Monarch setzte sein verhasstes Regime fort. Nach der V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig war der \u00c4ra Napoleon ein vorl\u00e4ufiges Ende gesetzt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der erfolgreiche Aufstand Spaniens zeigte allen, was ein <i>Guerillakrieg <\/i>vermag. Arapiles stehtf\u00fcr den Anfang des Endes von Napoleon. Der Unabh\u00e4ngigkeitskrieg hatte aber auch die Einmischung des Milit\u00e4rs in die Politik zur Folge: Ab 1814 setzten wiederholt Milit\u00e4rrevolten <i>(pronunciamentos) <\/i>ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dieses Faktum leitet zum <i>Spanischen B\u00fcrgerkrieg <\/i>\u00fcber. Er wurde zwischen Juli 1936 und April 1939 zwischen der demokratisch gew\u00e4hlten Regierung der Zweiten Spanischen Republik und den Putschisten unter General Francisco Franco ausgetragen. Voraussetzungen daf\u00fcr waren die <i>ungel\u00f6ste Landfrage <\/i>(Andalusien), das politisch aktive <i>Industrieproletariat <\/i>in <i>Asturien <\/i>und die <i>Autonomiefrage Kataloniens<\/i>, welche die Einheit Spaniens gef\u00e4hrdeten. Diese Situation wurde von der Sowjetunion genau beobachtet: Stalin wollte Deutschland und Italien von Spanien her unter Druck setzen, dazu lieferte er im M\u00e4rz 1936 Waffen und geschulte Agitatoren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein grosses Radikalisierungspotential bildete der <i>Arbeiteraufstand 1934 <\/i>in Asturien: 30&#8217;000 Bergarbeiter leisteten zwei Wochen lang Widerstand. Nach dessen Niederschlagung wurden Zehntausende inhaftiert. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nach dem <i>Wahlsieg der Volksfront <\/i>(Februar 1936) waren in den von den Republikanern beherrschten Gebieten (Andalusien, Asturien und Baskenland) Enteignungen, Ermordungen von Kirchenleuten und massive Zerst\u00f6rungen von Kirchen und Kl\u00f6stern an der Tagesordnung. Der Terror von rechts und links f\u00fchrte zur Anarchie. Nach langem Z\u00f6gern entschlossen sich die <i>Gener\u00e4le um Franco <\/i>zur <i>Erhebung (Alzamiento nacional)<\/i>. Diese siegten im Westen; der gesamte Osten, die gr\u00f6sseren St\u00e4dte und der Norden (Baskenland, Santander und Asturien) blieben jedoch republikanisch. Die Nationalen erhielten nach Anfrage von Mussolini und Hitler milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung (italienische Flugzeuge und die deutsche &#8222;Legion Condor&#8220;). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><i>Ziel der Reise Spanien III <\/i>war der Norden des Landes (Kampfbeginn 31. M\u00e4rz 1937). Wir fuhren zuerst nach <i>Guernica<\/i>, dem Ort der u. a. durch Picassos Darstellung bekannt gewordenen Bombardierung vom 26. April 1937. In der Stadt lagen neben zwei Lazaretten drei kampfstarke republikanische Bataillone, denen man den Fluchtweg \u00fcber die Br\u00fccke abschneiden wollte. Noch heute wird das schreckliche Geschehen kontrovers diskutiert; es hat dem Francoregime auf jeden Fall grossen Schaden zugef\u00fcgt. Wir besichtigten das Gernika-Museum, an welches ein Friedensmuseum angeschlossen ist. Der Stadtrundgang f\u00fchrte uns auch zur Heiligen Eiche, dem ehrw\u00fcrdigen Ort ehemaliger Volksversammlungen. Der abgestorbene Baum steht in einem Rundtempelchen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Norden ging es im <i>B\u00fcrgerkrieg <\/i>um die St\u00e4dte <i>Santander, Bilbao <\/i>und <i>Gij\u00f3n<\/i>. Pamplona, wo General Mola Garnisonskommandant war, blieb in den H\u00e4nden der Nationalen. Auch San Sebastian, die sch\u00f6ne Stadt an der Meeresbucht mit den herrschaftlichen Pal\u00e4sten, wurde den Nationalen kampflos \u00fcbergeben. Fahrt der malerischen K\u00fcste entlang nach Bilbao. Die Stadt an der h\u00fcbschen Flussschleife war stark umk\u00e4mpft; in den sie umgebenden Gebirgsketten wurde von den Republikanern ein Verteidigungssystem (&#8222;Eiserner Ring&#8220;) errichtet. Der harte Kampf begann Anfang April; Bilbao fiel aber erst am 16. Juni 1937. Vom Aussichtspunkt <i>Artxanda <\/i>aus konnte man die Stadt und diese ganze H\u00fcgelkette \u00fcberblicken, siehe oben. Am Angriff auf Santander (14. August 1937) beteiligten sich drei italienische Divisionen, die &#8222;Legion Condor&#8220; lieferte wirksame Unterst\u00fctzung; die Stadt wurde denn auch am 18. August eingenommen. Wir besichtigten Flab-Stellungen beim Leuchtturm <i>Cabo Mayor. <\/i>Von den dortigen Klippen wurden gefangene Republikaner von den Nationalisten in den Tod gest\u00fcrzt. Die Fahrt ging weiter nach <i>Gij\u00f3n<\/i>. Diese Stadt, wie auch der Rest Asturiens, wurde am 1. September 1937 von den Nationalen angegriffen. Die abwesende &#8222;Legion Condor&#8220; konnte keine Sch\u00fctzenhilfe leisten; erst als sich in der Stadt die &#8222;F\u00fcnfte Kolonne&#8220; erhob, waren Gij\u00f3n (und die gesamte Nordk\u00fcste) am 20. Oktober erobert. <i>Oviedo <\/i>hingegen befand sich nie in republikanischer Hand: Der dortige Kommandant verstellte sich als Republikaner, worauf diese nach Madrid abzogen. Vor <i>Avila <\/i>bot sich uns schliesslich ein pr\u00e4chtiger Anblick auf die Stadt und deren ber\u00fchmte mittelalterliche Stadtmauern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Damit endete diese hochinteressante Reise, wobei den Reiseleitern f\u00fcr ihre <i>Referate<\/i>, die sie mit viel <i>Fachwissen <\/i>und <i>Engagement <\/i>vortrugen, ganz herzlich zu danken ist. <i>Dr. Alfred Gilgen <\/i>absolvierte hier seine <i>letzte Reise <\/i>als GMS-Reiseleiter. Dank dem Einsatz von <i>Ursula Gr\u00fctter, <\/i>der technischen Reiseleiterin vor Ort, lief organisatorisch alles wie am Schn\u00fcrchen.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"color: #000000;\">Text: Dr. Christoph C. Baumann (St\u00e4fa)<\/span><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Reise ist eine Rundreise: Sie beginnt in Madrid, geht dann nach Nordosten bis Pamplona und Roncesvalles (Rolandslied) und f\u00fchrt dann der Nordk\u00fcste entlang nach Westen bis Gijon.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[273,49],"tags":[],"class_list":{"0":"post-570","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-gms-reisearchiv-2011","7":"category-reisen"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}