{"id":573,"date":"2011-02-10T21:27:44","date_gmt":"2011-02-10T20:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mediendokumentation.ch\/gms-reisen.ch\/?p=573"},"modified":"2021-10-16T16:38:43","modified_gmt":"2021-10-16T14:38:43","slug":"wider-die-russen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/reisen\/gms-reisearchiv-2011\/wider-die-russen\/","title":{"rendered":"Wider die Russen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Dukla Pass battle monument\" alt=\"Dukla Pass battle monument\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/21\/Dukla_Pass_battle_monument_2.jpg\" width=\"420\" height=\"279\" \/><\/p>\n<p>Karpatenk\u00e4mpfe im 1. und 2. WK. Von den Schlachten bei Lemberg 1915 zu den K\u00e4mpfen am Jablunycja Pass 1939 \u2013 1944.<!--more--><\/p>\n<h3>Montag<\/h3>\n<p>07.15 Abflug ab Z\u00fcrich mit LOT, Kurs LO 5412, Umsteigen in Warschau, 13.50 Landung in Lemberg, Besichtigung mit Stadtrundfahrt der UNESCO Kulturstadt Lemberg, mit u.a. k.u.k. Bahnhof, Oper, Pulverturm, Rathaus; anschliessend Besichtigung der Zitadelle und \u00dcbernachten im Turmhotel der Zitadelle. Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel Citadel Inn, Lemberg<\/p>\n<h3>Dienstag<\/h3>\n<p>Von Lemberg nach Alt Sambir am Fusse der Karpaten. Russische Abwehrstellung von 1915 bei Borynia. Usoker Pass am Karpatenkamm (852 m): K\u00e4mpfe gegen die Russen 1944. Mittagessen im Gel\u00e4nde (Picknick). Besuch von Volovec an der Karpatenbahn (russ.-\u00f6sterr. K\u00e4mpfe im 1. WK). Am Tartarenh\u00fcgel vorbei (ungarische Arpadlinie des 2. WK) nach Norden \u00fcber den Schtschaslyvol Pass nach Tucholska am russischen Festungsberg Zwinin (1915). Zur\u00fcck nach S\u00fcden \u00fcber die umk\u00e4mpfte Verecke Strasse nach Munkacs\/Mukaceve in der s\u00fcdkarpatischen Ebene. Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel Star, Mukaceve<\/p>\n<h3>Mittwoch<\/h3>\n<p>Besuch des deutschsprachigen Dorfes Pauschnig (bayrische Einwanderer) in der Umgebung und anschliessend Fahrt zur altungarischen Festung Munkacs hoch \u00fcber dem Tal. Nach dem Mittagessen Weiterfahrt nach Uzgorod\/Ungvar an der slowakischen Grenze mit m\u00e4chtiger Zitadelle (Museum). R\u00fcckfahrt nach Mukaceve. Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel Star, Mukaceve<\/p>\n<h3>Donnerstag<\/h3>\n<p>Fahrt \u00fcber die Ebene nach Beregove und Vinogradiv sowie nach Kust an der Theiss. Nach dem Mittagessen Fahrt durch das romantische, bergige Theisstal hinauf zum Jablunka Pass, wo der 2. WK mit einem \u00dcberfall der Deutschen begann. \u00dcber die sehenswerte Stadt Kolomija nach Ivano-Frankivsk, das alte Stanislau. Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel Nadya, Ivano-Frankivsk<\/p>\n<h3>Freitag<\/h3>\n<p>Von Ivano-Frankivsk zum See von Burstin und \u00fcber Rogatin entlang der Gnila Lipa (k.u.k. Stellung im 1. WK) nach Peremisljani (1. Schlacht von Lemberg). Anschliessend Besuch der Zitadelle von Zolociv und R\u00fcckfahrt nach Lemberg 14.40 Abflug ab Lemberg mit LOT, Kurs LO 766, Umsteigen in Warschau, 19.05 Landung in Z\u00fcrich<\/p>\n<h3>Reiseleitung<\/h3>\n<p>Heinz H\u00fcrzeler, Dr. med., Winterthur<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Anton Koller&#8217;s Reisebericht<\/h3>\n<p><strong>Wider die Russen<\/strong><\/p>\n<p><strong><i>Montag: Anreise und Besichtigung Lemberg<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Gespannt warteten am Gate im Z\u00fcrcher Flughafen 21 Reiseteilnehmer auf die letzten beiden Mitreisenden; aber die diese schafften es leider nicht, den Start der LX1342 nach Warschau mit Abflug schon um 7.15 Uhr zu erreichen. Auch gab es gleichentags, trotz grossen Bem\u00fchungen des Reiseb\u00fcros Schmid, keine andern Flugm\u00f6glichkeiten mehr nach Lemberg; so mussten die beiden Langschl\u00e4fer auf die sch\u00f6ne Reise verzichten. Das Umsteigen f\u00fcr uns \u00fcbrige Reiseteilnehmer auf den Anschlussflug in Warschau klappte bestens, und bereits gegen 14.00 Uhr \u2013 unsere Uhren waren schon eine Stunde vorgestellt \u2013 waren wir in <i>Lemberg<\/i>, der <i>gr\u00f6ssten Stadt der Westukraine<\/i>.<\/p>\n<p>Vom <i>ukrainischen Reiseleiter<\/i>, dem <i>Historiker Jurij Arabskyj<\/i>, wurden wir in Empfang genommen, \u00fcppig mit Kartenmaterial versorgt und im Reisebus in die Stadt gefahren. Zuerst zum\u00a0 sch\u00f6nen Hauptbahnhof, entstanden zu Beginn des 20. Jh. Er war seinerzeit einer der vollkommensten und modernsten Bahnh\u00f6fe in der damaligen k.u.k. Monarchie.<\/p>\n<p><i>Galizien, Transkarpatien <\/i>und auch die Stadt <i>Lemberg <\/i>(ukrainisch: L\u2019viv) waren seit dem Zerfall der Habsburger Monarchie 1918 stark den <i>kriegerischen Auseinandersetzungen <\/i>zwischen Ost und West <i>ausgesetzt<\/i>. Die Besetzer und die Zugeh\u00f6rigkeiten zu den Nationen haben h\u00e4ufig gewechselt. Dies zu beschreiben w\u00fcrde den Umfang dieses Reiseberichts deutlich sprengen. Darum nur in Stichworten: Polen und Ungarn, russische Besetzung, deutsche Besetzung, Judenvernichtung, R\u00fcckeroberung durch die Russen, Ukraine als Teil der Sowjetunion, ab 1991 selbst\u00e4ndige Ukraine.<\/p>\n<p>Aus dem Bus und auf einem t\u00fcchtigen Fussmarsch besichtigten wir einige der vielen Sehensw\u00fcrdigkeiten von Lemberg. Die Architektur dieser faszinierenden Stadt ist durch die vergangenen Jahrhunderte gepr\u00e4gt und im Wesentlichen recht gut erhalten geblieben. In Erinnerung sind mir geblieben das im Neo-Renaissance-Stilerbaute Opernhaus, das Apothekenmuseum, die diversen B\u00fcrgerh\u00e4user mit ihren Barockfassaden aus dem 15. und 16. Jh. am Marktplatz und eine grosse Zahl von Kirchen und Kl\u00f6stern verschiedener Religionsrichtungen und Epochen. Hier k\u00f6nnte man mehrere Tage verweilen, nicht bloss drei bis vier Stunden. Nicht umsonst z\u00e4hlt Lemberg zum Unesco-Weltkulturerbe.<\/p>\n<p>In der Stadt konnten wir noch unsere Euros in Griwna umwechseln (1 Euro = 11,6 Griwna). Mit dem Bus erreichten wir unser <i>Tagesziel<\/i>, den <i>Zitadellenh\u00fcgel<\/i>. Auf diesem H\u00fcgel s\u00fcdwestlich der Altstadt findet sich die von den \u00d6sterreichern im 19. Jh. erbaute Zitadelle mit dem Kernreduit und den vier Turmreduits. Das Kernreduit ist in den letzten Jahren architektonisch sehr raffiniert zu einem topmodernen F\u00fcnfsternhotel umgebaut worden, in dem wir unsere erste Nacht verbringen sollten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die F\u00fchrung durch das weitl\u00e4ufige Zitadellengel\u00e4nde unterst\u00fctzte <i>Mykola Hajda <\/i>vom <i>st\u00e4dtischen Baudenkmalamt <\/i>unsere Reiseleiter. Die insgesamt vier Turmreduits sind in sehr unterschiedlichem Zustand, von teilrestauriert bis halbverfallen.<\/p>\n<p>Nach einem gepflegten Nachtessen wurden wir noch f\u00fcr eine kurze Nacht\u00fcbung in ein Sitzungszimmer gebeten. Da die Daten des ukrainischen Referenten auf unserem Laptop nicht lesbar waren, blieben seine Ausf\u00fchrungen kurz. Unser <i>Reiseleiter Dr. Heinz H\u00fcrzeler <\/i>erl\u00e4uterte anschliessend als Vorbereitung auf den n\u00e4chsten Tag die Eisenbahnlinien \u00fcber die Karpaten zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Todm\u00fcde von diesem langen Tag sanken wir gegen Mitternacht in die perfekten Hotelbetten.<\/p>\n<p><strong><i>Dienstag: Die lange Fahrt durch die Karpaten von Nord nach S\u00fcd<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Abfahrt bereits um 8 Uhr. Eine lange <i>Busfahrt <\/i>von fast 300 km <i>quer durch die Karpaten <\/i>stand auf dem Programm. Der Besuch der Stadt Sambir fiel aus Zeitgr\u00fcnden weg. Wir besuchten die Kleinstadt <i>Horodok<\/i>. Hier fand zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine erbitterte Schlacht zwischen russischen und \u00f6sterreich-ungarischen Truppen statt.<\/p>\n<p>Die Fahrt auf den <i>Usokerpass <\/i>(852 m \u00fc. M.) zog sich in die L\u00e4nge, denn diese Strasse entspricht nicht europ\u00e4ischem Standard. H\u00e4ufig musste unser Chauffeur wegen tiefen Schlagl\u00f6chern langsam und Slalom fahren. Die Reisegeschwindigkeit sank auf etwa 40 Stundenkilometer. Gegen Mittag erreichten wir die Passh\u00f6he, wo uns ein Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr <i>Karpatenkriege<\/i>, der <i>ungarische Milit\u00e4rhistoriker Oberst Jozsef J\u00e1nos Szab\u00f3 <\/i>erwartete. Auf dem einsamen Pass steht ein schlichtes Denkmal, das an die K\u00e4mpfe von 1914 zwischen \u00d6sterreich\/Ungarn und den von Norden angreifenden Russen erinnert. In der gleichen Gegend fanden auch im Zweiten Weltkrieg blutige Gefechte zwischen den Deutschen und den Russen statt.<\/p>\n<p>Der <i>Usokerpass <\/i>streift auf der Passh\u00f6he polnisches Gebiet und ist deshalb durch die Grenzpolizei streng bewacht. Vor einer geschlossenen Schranke wurden auch im Bus wieder die Ausweise kontrolliert. Nach kurzer Abfahrt auf der S\u00fcdseite des Passes verliessen wir die &#8222;Hauptstrasse&#8220; \u00a0und fuhren rund 45 km durch ein Seitental, um eine weiter \u00f6stlich gelegene Passstrasse zu erreichen. Wir staunten ob der Fertigkeit unseres Fahrers. Gekonnt steuerte er den grossen Bus \u00fcber die Viertklasstrassen. Durch das st\u00e4ndige Holpern stieg jedoch die Klimaanlage unseres Busses aus. Es wurde heiss und heisser, und die Fenster liessen sich nicht \u00f6ffnen! \u00dcber einen weiteren Pass\u00fcbergang besuchten wir den Ort <i>Volovec<\/i>, das &#8222;Airolo der Karpaten&#8220;. Hier werden die Z\u00fcge f\u00fcr die einzige noch regelm\u00e4ssig befahrene Bahnstrecke durch die Karpaten abgefertigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Viadukt dieser Doppelspurstrecke gesprengt und sp\u00e4ter wieder geflickt.<\/p>\n<p>In dieser Gegend \u2013 wir n\u00e4herten uns von S\u00fcden der <i>ber\u00fchmten Arpadlinie <\/i>am <i>Hauptkamm der Karpaten <\/i>\u2013 war unser Begleiter, der ungarische Oberst in seinem Element. Hier seine Erkenntnisse gem\u00e4ss seiner eigenen Homepage:&#8220;St\u00e4ndige Befestigungen m\u00fcssen an besonders gef\u00e4hrdeten, aber leicht sperrbaren Abschnitten, unter Ausn\u00fctzung der nat\u00fcrlichen Hindernisse angelegt werden. Aus diesen Gr\u00fcnden wurden im Zweiten Weltkrieg in den Karpaten nur die P\u00e4sse befestigt, die aber sehr stark. Zwischen den einzelnen Talsperren wurden nur Feldbefestigungsanlagen angelegt, viele unter Ausn\u00fctzung von Gr\u00e4ben aus dem Ersten Weltkrieg. In den einzelnen Talsperren waren die Bunker nur gegen Bomben- und Artillerieangriffe gedacht, die Feuerstellungen waren offen, in Feldbefestigungsanlagen untergebracht. Die Verteidiger sollten mit st\u00e4ndigen Gegenschl\u00e4gen den feindlichen Aufmarsch und die Angriffsvorbereitungen st\u00f6ren. Die Talsperren waren Igelstellungen und gegen Angriffe aus allen Richtungen befestigt. Die einzelnen Stellungen und Bunker konnten sich gegenseitig Feuerschutz geben.&#8220;<\/p>\n<p>Weiter fuhren wir nordw\u00e4rts bis zum Dorf <i>Oriava<\/i>. Von dort geniesst man einen sch\u00f6nen Ausblick auf den Hauptkamm der Karpaten. Da wir im Car fast verschmachtet waren, wurde der unmittelbar neben dem Haltepunkt des Cars gelegene Lebensmittelladen gest\u00fcrmt. F\u00fcr nur 3,5 Griwna, das entspricht etwa 40 Rappen, gab\u2019s eine grosse Flasche gek\u00fchltes Bier.<\/p>\n<p>Nun ging\u2019s die letzten rund 80 km in flotter Fahrt dem n\u00e4chsten <i>Tagesziel<\/i>, der gr\u00f6sseren Stadt <i>Mukaceve <\/i>entgegen. Hier erwartete uns f\u00fcr zwei N\u00e4chte ein etwas einfacheres Hotel mit immer noch vier Sternen; f\u00fcr unsere Begriffe gut drei. Unser Car mit der defekten Klimaanlage wurde ausger\u00e4umt, anderntags sollte es mit einem Ersatzbus weitergehen. Das Nachtessen fand in einem gedeckten, k\u00fchlen Innenhof des Hotels statt.<\/p>\n<p><i><strong>Mittwoch: Rund um Mukaceve und nach Uzhorod<\/strong> <\/i><\/p>\n<p>Am Vormittag besuchten wir das <i>deutschsprachige Dorf Pauschnig<\/i>, wo sich im 19. Jh. Auswanderer aus Bayern angesiedelt hatten. Auf dem Gedenkstein vor der schlichten Dorfkirche erinnern deutsche Namen an die Opfer der beiden Kriege. Nach kurzer Fahrt erreichten wir die nur drei Kilometer von Mukaceve entfernte altungarische Festung, das <i>Schloss Palanok<\/i>. Es wurde im 14. Jh. gebaut, vielfach umgebaut und hat mehrere kriegerische Angriffe \u00fcberstanden. Pr\u00e4chtig war die Aussicht auf die Umgebung und die Stadt. Zum Mittagessen besuchten wir ein Speiselokal in der n\u00e4heren Umgebung unseres Hotels.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Nachmittag war der Besuch der <i>Horjans\u2019ka-Rotunde<\/i>, der kleinen St. Anna-Kirche und der <i>Stadt Uzhorod <\/i>vorgesehen. Die kleine Kirche war schwierig zu finden, denn sie versteckt sich ausserhalb eines Vorortes von Uzhorod auf einem H\u00fcgel hinter B\u00e4umen, und es gibt keine Wegweiser. Die Rotunde dieser Kirche stammt aus dem 12. Jh., der Anbau des Kirchenschiffs ist j\u00fcnger. Das Gotteshaus war fr\u00fcher r\u00f6mischkatholisch, heute ist es griechisch-orthodox. Die Rotunde enth\u00e4lt teilweise zerst\u00f6rte Fresken aus dem 14. Jh., die einem italienischen Meister zugeschrieben werden. Das Kirchlein ist einzigartig sch\u00f6n und strahlt eine wohltuende Ruhe und Geborgenheit aus.<\/p>\n<p>Beim anschliessenden Besuch der <i>Stadt Uzhorod <\/i>herrschte in der Innenstadt ein solches Verkehrschaos, verursacht durch illegal parkierte Autos von Zigeunern, dass von Hand ein Auto weggeschoben werden musste, um unserem breiten Car die Weiterfahrt zu erm\u00f6glichen! Wir besuchten die Burganlage im grossen Parkh\u00fcgel, st\u00e4rkten uns im Keller einer Bierkneipe, durchwanderten die Fussg\u00e4ngerzone und waren froh, am Rande der belebten Innenstadt wieder vom Bus abgeholt zu werden.<\/p>\n<p>Auf der R\u00fcckfahrt schilderte uns unser umsichtiger und aufmerksamer ukrainischer Reiseleiter Jurij Arabskyj seine <i>pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke <\/i>von der <i>politischen <\/i>und <i>wirtschaftlichen Lage <\/i>der <i>Ukraine <\/i>in <i>ergreifender Offenheit<\/i>. Das Land sei gespalten und Pufferzone geworden zwischen West und Ost. Es werde immer abh\u00e4ngiger von Russland und f\u00fchle sich von der EU im Stich gelassen. Der grassierenden Korruption sei kaum beizukommen.<\/p>\n<p><strong><i>Donnerstag: Durch die Tiefebene entlang der Theiss und wieder \u00fcber die Karpaten<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Die abwechslungsreiche Fahrt f\u00fchrte uns in s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung durch die <i>fruchtbare Tiefebene <\/i>an die <i>Theiss<\/i>, die hier die Grenze zu Rum\u00e4nien bildet. Es gedeihen da reichlich Trauben, Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse. An einer ehemaligen \u00dcbersetzstelle machten wir eine kurze Rast. Vor zwei Jahren beim Rekognoszieren habe hier noch ein \u00dcbersetzboot aus dem Zweiten Weltkrieg gelegen, heute ist es weggeschwemmt.<\/p>\n<p>Die <i>Theiss <\/i>kommt aus den Karpaten; wir folgten dem Gebirgsfluss und der uns begleitenden, aber wenig befahrenen Eisenbahnlinie RichtungNorden. Kurz vor <i>Rakhiv <\/i>stiessen wir auf das <i>Denkmal zur Mitte Europas<\/i>.<\/p>\n<p>Weiter f\u00fchrte uns die Reise durchs romantische Theisstal auf den in beiden Kriegen heftig umk\u00e4mpften Yablunytskyipass (931 m). Diesen Pass darf man nicht mit dem etwa 400 km westlicher liegenden Jablunkapass verwechseln. 1944 fanden hier Durchbruchsk\u00e4mpfe der Roten Armee von Norden her gegen die auf ihrem R\u00fcckzug eingegrabenen Deutschen statt. Ziel war der Durchbruch durch die Karpaten in die ungarische Tiefebene.<\/p>\n<p>Hier machten wir eine kurze Pause in der Umgebung von vielen Souvenirh\u00e4ndlern. Nun, wir befanden uns auch in der Tat in einem der bekanntesten Skigebiete der Karpaten. Hier wird trotz der geringen H\u00f6he bis im Mai Wintersport betrieben, so schneereich ist diese Gegend. Die Besichtigung der Stadt Kolomyia fiel aus Zeitgr\u00fcnden buchst\u00e4blich ins Wasser, es hatte nach vier sch\u00f6nen Reisetagen denn auch wirklich ein heftiger Dauerregen eingesetzt. Nach langer Fahrt erreichten wir den <i>Etappenort Ivano-Frankivsk<\/i>, das ehemalige Stanislau. Im Hotel Nadya mitten in der Stadt waren wir bestens untergebracht.<\/p>\n<p><strong><i>Freitag, R\u00fcckfahrt mit Besichtigungen bis nach Lemberg und R\u00fcckflug<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Bereits um 7 Uhr war Abfahrt, die letzte Nacht also recht kurz! Das Wetter war leider garstig geblieben. Wir besuchten noch Schlachtfelder aus dem Ersten Weltkrieg s\u00fcd\u00f6stlich von Lemberg und in Zolovic die Zitadelle.<\/p>\n<p>In Komarow, der St\u00e4tte der gr\u00f6ssten Kavallerieschlacht w\u00e4hrend des polnisch-bolschewistischen Krieges im Jahre 1920 besichtigten wir das Denkmal bei str\u00f6mendem Regen nur noch vom Bus aus.<\/p>\n<p>\u00dcber die S\u00fcdumfahrung von Lemberg erreichten wir rechtzeitig den Flughafen. Dankbar verabschiedeten wir uns von unserem kompetenten ukrainischen Reiseleiter und dem zuverl\u00e4ssigen Busfahrer. Via Warschau erreichten wir p\u00fcnktlich Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Diese Reise hat mir einen kurzen, aber sehr intensiven Einblick gegeben, einerseits was sich in den ukrainischen Karpaten w\u00e4hrend der beiden Weltkriege abgespielt hat und andererseits was heute in der landschaftlich sehr sch\u00f6nen Ukraine wirtschaftlich und politisch vor sich geht.<\/p>\n<p>Im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer m\u00f6chte ich mich herzlich bei Dr. Heinz H\u00fcrzeler und seiner Gattin Rosmarie f\u00fcr die umsichtige Planung, die umfangreiche Dokumentation und die gekonnte Durchf\u00fchrung dieser anspruchsvollen Reise bedanken.<\/p>\n<p><i>Text: Anton Koller (Bonstetten)<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karpatenk\u00e4mpfe im 1. und 2. WK. Von den Schlachten bei Lemberg 1915 zu den K\u00e4mpfen am Jablunycja Pass 1939 \u2013 1944.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[273,49],"tags":[],"class_list":{"0":"post-573","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-gms-reisearchiv-2011","7":"category-reisen"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}