{"id":575,"date":"2011-02-10T21:41:17","date_gmt":"2011-02-10T20:41:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mediendokumentation.ch\/gms-reisen.ch\/?p=575"},"modified":"2021-10-29T14:05:14","modified_gmt":"2021-10-29T12:05:14","slug":"die-franzosen-in-graubunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/reisen\/die-franzosen-in-graubunden\/","title":{"rendered":"Die Franzosen in Graub\u00fcnden"},"content":{"rendered":"<p>Die Gefechte der Franzosengener\u00e4le 1799 \u2013 1800 in Graub\u00fcnden. Verlust des Veltlins und Anschluss Graub\u00fcndens an die Schweiz.<!--more--><\/p>\n<h3>Freitag<\/h3>\n<p>09.30 Besammlung Bahnhof Sargans, Fahrt mit Bus nach St. Luzisteig. Orientierung \u00fcber den Kampf Mass\u00e9nas gegen Hotze, Besichtigung des Milit\u00e4rmuseums. Fahrt nach Reichenau, Ort der Niederlage der Oberl\u00e4nder. Besuch im Schloss beim Schlossherr von Tscharner. Mittagessen im Hotel Adler in Reichenau. Fahrt nach Disentis, Besprechung des Feldzugs von General Demont. Besuch des Klostermuseums. Fahrt nach Brigels, Besuch des privaten General Latour Museums. Fahrt nach Spl\u00fcgen. Abendessen und \u00dcbernachtung im Hotel Bodenhaus, Spl\u00fcgen<\/p>\n<h3>Samstag<\/h3>\n<p>Besuch des Pass- und Talmuseums Spl\u00fcgen. Fahrt mit Bus \u00fcber den Spl\u00fcgenpass ins Bergell, Besprechung der dramatischen Pass\u00fcberquerung von General McDonald. Besuch des Talmuseums Bergell in Castelmur. Mittagessen im Restaurant Schweizerhaus in Maloja. Fahrt Richtung Zernez. Schilderung der Gefechte zwischen den Franzosengener\u00e4len Dessoles, Lecourbe und \u00d6sterreichern, siegreicher Vorstoss von General Bachmann. R\u00fcckfahrt via Fl\u00fcela zum Bahnhof Sargans 17.15 ca. Ankunft beim Bahnhof Sargans.<\/p>\n<h3>Ausr\u00fcstung<\/h3>\n<p>G\u00fcltiger Pass oder Identit\u00e4tskarte, bequeme Reisekleidung, gutes Schuhwerk, Regenschutz<\/p>\n<p>Landeskarten 1:50\u2018000 238 Montafon, 267 San Bernardino, 259 Ofenpass<\/p>\n<h3>Reiseleitung<\/h3>\n<p>Peter Baumgartner, Dr., Chur<\/p>\n<h3>August Holenstein&#8217;s Reisebericht<\/h3>\n<p>Die Franzosen in Graub\u00fcnden<\/p>\n<p>Schwergewicht unserer Tour bildeten <i>die Ereignisse der Jahre 1799\u20131801<\/i>, welche als <i>Zweiter Koalitionskrieg <\/i>zwischen Frankreich einerseits und der Koalition von \u00d6sterreich, England, Russland, der T\u00fcrkei, Portugal und Neapel bezeichnet werden. Frankreich hatte bis dahin seinen Einfluss auf Holland und Italien ausgedehnt, und die b\u00fcndnerischen Untertanengebiete Veltlin, Bormio und Chiavenna hatten sich der norditalienischen Cisalpinischen Republik angeschlossen. 1798 waren die Franzosen in die Schweiz einmarschiert.<\/p>\n<p><i>Erste Station unserer Exkursion <\/i>war <i>St. Luzisteig<\/i>, wo von <i>Reiseleiter Dr. Peter Baumgartner <\/i>\u00fcber die K\u00e4mpfe zwischen den Truppen des franz\u00f6sischen Generals Mass\u00e9na und denjenigen des aus Z\u00fcrich stammenden \u00f6sterreichischen Generals von Hotze orientiert wurde. Nachdem die \u00d6sterreicher Graub\u00fcnden \u2013 ohne Widerstand \u2013 besetzt hatten, stiess Mass\u00e9na am 6. M\u00e4rz 1799 \u00fcber St. Luzisteig nach Chur vor. Ein Gegenangriff Hotzes wird Ende April abgewiesen; am 10. Mai gelingt ein weiterer dank grossr\u00e4umiger Umgehung. Anschliessend wurden die Franzosen auch aus dem Engadin vertrieben. Nach der gewonnenen Zweiten Schlacht bei Z\u00fcrich im September 1799 gelang es ihnen aber wieder, in Graub\u00fcnden Fuss zu fassen, im Oktober in der Surselva und im Juli 1800, nach der vernichtenden Niederlage der \u00d6sterreicher bei Marengo, erneut \u00fcber St. Luzisteig, auch im Raum Chur. Zuvor, noch im Oktober 1799, hatte \u00d6sterreich die Redouten in St. Luzisteig sprengen lassen und Suworow sich mit seiner russischen Armee nach grossen Verlusten \u00fcber diverse Alpenp\u00e4sse nach Vorarlberg zur\u00fcckgezogen. Das <i>interessante Milit\u00e4rmuseum <\/i>zeigt einige &#8222;vergessene Objekte&#8220; aus jener Zeit.<\/p>\n<p>Es folgte der Halt im <i>Schloss Reichenau <\/i>mit Besichtigung der zug\u00e4nglichen R\u00e4ume und Weinprobe sowie Mittagessen im Schlosshotel Adler. Das Schloss, das als Zollst\u00e4tte, Herrensitz, Knabenschule und Weingut gedient hat, war auch <i>Schauplatz <\/i>der <i>vernichtenden Niederlage <\/i>der <i>aufst\u00e4ndischen B\u00fcndner Oberl\u00e4nder <\/i>gegen die Franzosen anfangs Mai 1799.<\/p>\n<p>Das <i>Klostermuseum Disentis <\/i>wurde unter Leitung von Pater Theo besichtigt. Das reichhaltige, modern pr\u00e4sentierte Museum weist auch einen Bereich auf, welcher der <i>Besetzung der Surselva durch franz\u00f6sische Truppen <\/i>gewidmet ist. Es folgte die Besprechung des <i>Feldzugs <\/i>von <i>General Demont<\/i>. Aus Villa im Lugnez stammend, f\u00fchrte er 1799 als Brigadegeneral franz\u00f6sische Truppen aus Sargans in die Surselva und besetzte Disentis kampflos. Sp\u00e4ter erhoben sich<span style=\"color: #000000;\">die Surselver gegen die habgierige franz\u00f6sische Besatzung. Die Franzosen wurden massakriert oder vertrieben. In der Folge wurden die unorganisierten Truppen der Aufst\u00e4ndischen bei Ems schwer geschlagen. Die Franzosen r\u00e4chten die<i> <\/i>Massakrierung ihrer Truppen durch Ein\u00e4scherung des Klosters und des Dorfes Disentis. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In <i>Brigels <\/i>wurde das <i>private General Latour Museum <\/i>besichtigt. Aus der Familie Latour stammen etliche Offiziere in franz\u00f6sischen Diensten und verdiente Politiker in den Drei B\u00fcnden. Das von der Familie liebevoll betreute kleine Museum ist als Darstellung der Entwicklung und der Verbindungen einer bedeutenden B\u00fcndner Patrizierfamilie sehenswert. Der Reisetag wurde nach einer durch einen Verkehrsstau stark verz\u00f6gerten Weiterreise im Hotel Bodenhaus in Spl\u00fcgen w\u00fcrdig abgeschlossen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der regnerische <i>zweite Tag <\/i>begann mit der Besichtigung des <i>Talmuseums <\/i>in <i>Spl\u00fcgen<\/i>. Es zeigt nebst der Bedeutung des <i>S\u00e4umerwesens <\/i>auch Dokumente \u00fcber die <i>Besetzung der Talschaft <\/i>durch die Truppen des franz\u00f6sischen <i>Generals Jacques McDonald<\/i>. Dieser befehligte eine Reservearmee, welche im November 1800 vom B\u00fcndner Rheintal her das Hinterrheintal besetzte, die Gegend leerass und sich vom 1. Bis zum 11. Dezember \u00fcber den verschneiten Spl\u00fcgenpass ins Veltlin zur\u00fcckzog.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In der Folge f\u00fchrte uns der Bus bei m\u00e4ssiger Sicht \u00fcber <i>Chiavenna ins Bergell<\/i>. Nach doch noch erfolgter Ankunft des etwas chaotischen Kurators konnte das <i>Talmuseum im Palazzo Castelmur <\/i>in <i>Coltura di Stampa <\/i>besichtigt werden. Das Haus zeigt im Bezug auf kriegerische Ereignisse zwar wenig, doch ist das Geb\u00e4ude selbst ein hervorragendes Beispiel, wie im Ausland als Zuckerb\u00e4cker reich gewordene Bergeller ihren Besitz im Tal zur Schau stellten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nach dem Mittagessen wurden wir \u00fcber die <i>Gefechte <\/i>zwischen den <i>Franzosengener\u00e4len Lecourbe <\/i>und <i>Dessoles <\/i>und den <i>\u00d6sterreichern <\/i>im <i>Engadin <\/i>orientiert. Solche fanden im April\/Mai 1799 und wiederum im Dezember 1800 statt, mit K\u00e4mpfen meist im Unterengadin und M\u00fcnstertal. Am 23. Dezember 1800 endete <i>ein letztes Gefecht in Ardez <\/i>mit der Abwehr eines franz\u00f6sischen Angriffs durch den in \u00f6sterreichischen Diensten stehenden Glarner <i>General Bachmann. <\/i>Die <i>Niederlage \u00d6sterreichs <\/i>zwei Tage sp\u00e4ter bei <i>Hohenlinden <\/i>bewirkte jedoch deren definitiven R\u00fcckzug und <i>Graub\u00fcnden <\/i>wurde zum <i>helvetischen Kanton.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein herzlicher Dank geht an Dr. Peter Baumgartner f\u00fcr die <i>kompetente und musterg\u00fcltige F\u00fchrung der Exkursion<\/i>.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"color: #000000;\">Text: August Holenstein (Flawil)<\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gefechte der Franzosengener\u00e4le 1799 \u2013 1800 in Graub\u00fcnden. Verlust des Veltlins und Anschluss Graub\u00fcndens an die Schweiz.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[273,49],"tags":[],"class_list":["post-575","post","type-post","status-publish","format-standard","category-gms-reisearchiv-2011","category-reisen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=575"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/575\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}