{"id":6585,"date":"2015-05-05T22:47:55","date_gmt":"2015-05-05T22:47:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/?p=6585"},"modified":"2015-05-05T22:47:55","modified_gmt":"2015-05-05T22:47:55","slug":"gms-herbsttagung-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/tagungen\/gms-herbsttagung-2015\/","title":{"rendered":"GMS Herbsttagung 2015"},"content":{"rendered":"<p>Thema:\u00a0<strong>Schl\u00fcsseljahr 1815 &#8211; Wiener Kongress<\/strong><\/p>\n<p>Samstag, 07. November 2015, 0945 \u2013 1300 Uhr, Universit\u00e4t Z\u00fcrich Zentrum KOH B-10<\/p>\n<p>mit Referaten von Hans Rudolf Fuhrer, Jean-Marc Hochstrasser, J\u00fcrg Keller und Manfried Rauchensteiner<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Schl\u00fcsseljahr 1815 \u2013 das Thema der GMS-Herbsttagung 2015 vermochte fast 200 Interessierte anlocken. Die Schlacht bei Waterloo und der Wiener Kongress waren international wichtige Ereignisse. Der Feldzug ins Burgund und die Geburt der Schweizer Fahne Meilensteine aus Schweizer Optik.<\/p>\n<p>Die Schweiz gab 1815 ein uneinheitliches Bild ab, wie der Historiker und Fachhochschuldozent Jean-Marc Hochstrasser darlegte. Bern erhob Anspruch auf den Aargau und die Waadt, Uri wollte Teile des Tessins und Zug das Freiamt. Nidwalden verweigerte den Beitritt zur Eidgenossenschaft. Milit\u00e4risch hatten die Kantone Truppen von unterschiedlicher Qualit\u00e4t. Nach der R\u00fcckkehr Napoleons nach Frankreich w\u00e4hlte die Tagsatzung den Glarner Niklaus von Bachmann zum General und mobilisierte bis zu 60\u2018000 Mann. Gegen Napoleon wurden entlang der Juragrenze zwischen Genf und Basel aufgestellt, die Schweizer Regimenter aus Frankreich zur\u00fcckberufen. Als Reaktion auf die Konvention der Alliierten vom 20. Mai 1815 schloss Frankreich seine Grenzen. Bachmann bekam \u00abHilferufe\u00bb von Bewohnern der Grenzregionen der Freigrafschaft Burgund und intervenierte milit\u00e4risch. Als gemeinsames Erkennungszeichen f\u00fcr die kantonalen Truppen mit unterschiedlichen Uniformen diente die eidgen\u00f6ssische Armbinde.<\/p>\n<p>Pr\u00e4gendstes Ereignis dieser Zeit war aber die Schlacht bei Waterloo, die Napoleon gegen die Preussen unter Bl\u00fccher und die Engl\u00e4nder unter Wellington verlor. Am 18. Juni 1815 fielen die W\u00fcrfel. Napoleon musste sich zur\u00fcckziehen, kehrte am 21. Juni nach Paris zur\u00fcck und wurde nach auf St. Helena verbannt. Seine Idee, Europa zu unterwerfen, scheiterte. Dabei verfolgte Napoleon gem\u00e4ss Hans Rudolf Fuhrer drei milit\u00e4rische und mit der Kontinentalsperre gegen England eine wirtschaftliche Strategie. Napoleon war aber nicht nur der Milit\u00e4rstratege, sondern hinterliess auch sein Erbe in der Bildung des modernen Staates und seiner Gesetzgebung.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Schweizer Fahne ist eng mit der damaligen Zeit um 1815 verbunden, wie Brigadier aD J\u00fcrg Keller ausf\u00fchrte. Bereits das Bundessiegel vom 16. Mai 1814 umfasste ein weisses Kreuz in einem roten Feld. Als Feldzeichen diente es bereits in der Schlacht bei Murten. Die kantonalen Banner blieben sehr uneinheitlich. Mit der Armbinde von General Niklaus von Bachmann wurde 1815 die Grundlage zum Schweizer Wappen gelegt. In der Julirevolution von 1830 st\u00f6rte sich Dufour ebenfalls an der Tatsache, dass jeder Kanton seine eigene Fahne und Uniform hatte. Zeigte 1831 die Tagsatzung noch kein Interesse an einem einheitlichen Wappen, stimmte 1840 eine Mehrheit der Kantone dem Schweizer Wappen zu. 1841 gab es das erste Kreisschreiben mit Weisung und Zeichnung von Carl Stauffer aus Bern. 1890 wurden die Proportionen des Kreuzes gesetzlich festgelegt. Dank der Armee hatte die Schweiz 8 Jahre vor Gr\u00fcndung des Bundesstaates bereits eine Fahne.<\/p>\n<p>Wer annimmt, der Wiener Kongress sei eine gesittete, gut vorbereitete Konferenz nach heutiger Vorstellung gewesen, irrt. Der \u00f6sterreichische Historiker Manfried Rauchensteiner gab einen Einblick in die Sitten und Gebr\u00e4uche. Der Kongress dauerte von Oktober 1814 bis Anfang Juni 1815 und war anf\u00e4nglich wenig strukturiert. Es wurden Feste gefeiert, ein freiz\u00fcgiges Leben gef\u00fchrt und lange \u00fcber Formen und Konventionen gestritten. Kongresspr\u00e4sident F\u00fcrst Metternich liess alle Tagungsr\u00e4ume abh\u00f6ren, weshalb heute viele Details bekannt sind. Besonders heikle Themen waren Polen und Deutschland. Russland wollte sich gegen\u00fcber Polen wieder als Teilungsmacht etablieren. Metternich strebte ein f\u00f6deratives Mitteleuropa an und wollte die Russen draussen haben. Zar Alexander forderte territoriale Zugewinne und war sein Gegenspieler. Die Schlussakte umfasste 121 Artikel. Neben Territorialfragen wurde auch \u00fcber Sklaverei, Urheberrecht und Kunstsch\u00e4tze debattiert. Napoleon raubte rund 5000 Kunstgegenst\u00e4nde, die zum grossen Teil zur\u00fcckgegeben wurden. Etabliert hat sich eine neue Art von Konferenzdiplomatie. Hauptnutzniesser war Deutschland. Frankreich wurde auf die Grenzen von 1790 zur\u00fcckgesetzt. F\u00fcr die Schweiz fielen Genf und Neuenburg ab. Nichtsdestotrotz konnte die Schlussakte nichts Endg\u00fcltiges schaffen. Immerhin markierte der Wiener Kongress eine Epochengrenze wie der westf\u00e4lische Frieden von 1648 oder die Vertr\u00e4ge von Versailles nach dem ersten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Dieter Kl\u00e4y, Vorstandsmitglied GMS<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema:\u00a0Schl\u00fcsseljahr 1815 &#8211; Wiener Kongress Samstag, 07. 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