{"id":712,"date":"2011-02-15T15:01:15","date_gmt":"2011-02-15T15:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mediendokumentation.ch\/gms-reisen.ch\/?p=712"},"modified":"2011-02-15T15:01:15","modified_gmt":"2011-02-15T15:01:15","slug":"gms-herbsttagung-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gms-reisen.ch\/archiv\/tagungen\/gms-herbsttagung-2010\/","title":{"rendered":"GMS Herbsttagung 2010"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Winkelried Denkmal\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/7\/7d\/Stans-Winkelried.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"279\" \/><\/p>\n<p>Im Rahmen eines L\u00e4ngsschnitts durch die Schweizer Geschichte wird die  GMS an den n\u00e4chsten Tagungen historische Fragen aus der Gr\u00fcndungszeit  der Eidgenossenschaft aufwerfen. An der ersten Veranstaltung im  November 2010 haben drei Referenten zu Mythos und Realit\u00e4t der  Gr\u00fcndungszeit Stellung genommen.<!--more--><\/p>\n<h2>Gr\u00fcndungsgeschichte der Eidgenossenschaft: ein neues Thema f\u00fcr die GMS-Herbst- und Fr\u00fchjahrstagungen<\/h2>\n<p>Gem\u00e4ss Andreas Meyerhans war die Schweiz um 1300 kein geschlossener Gesellschaftsraum. In seinem Referat \u00abGr\u00fcndungszeit ohne Eidgenossen\u00bb verwies der Historiker und Redaktor der Schwyzer Kantonsgeschichte auf die Tatsache, dass zur damaligen Zeit \u00abverschiedene K\u00f6che am Kochen\u00bb waren. Gemeinsame Existenzsicherung war der Gotthard als Verbindung \u00fcber die Alpen. Entscheidender Machtfaktor aber waren die Kl\u00f6ster. Die Adligen waren in der Innerschweiz sowohl Partner als auch Konkurrenten. Am Beispiel des heutigen Kantons Schwyz erl\u00e4uterte Meyerhans die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse, die eher einem Flickenteppich \u00e4hnlich waren denn einem geschlossenen Herrschaftsraum. Die Eidgenossenschaft hat sich erst nach 1415 oder gar 1450 als Herrschaftsgebiet zu bilden begonnen.<\/p>\n<p>Die Letzischlacht: Michael Hess, Historiker und Verfasser mehrerer Ausgaben der bekannten Reihe \u00abMilit\u00e4rgeschichte zum Anfassen\u00bb, nahm zum Ph\u00e4nomen der Letzischlacht Stellung. Die Letzi hatte nicht nur die ihr heute so stark zugedachte milit\u00e4rische Schutzfunktion, sondern war vor allem auch Grenzzeichen und diente als Zollstation sowie zum Schutz gegen Naturgewalten. Anhand der Beispiele am Morgarten und bei N\u00e4fels zeigte er auf, dass die Letzi den Gegner kanalisierte sowie auf der Flucht hinderte und verlangsamte, was zu einem Auflaufen und Gedr\u00e4nge vor der Letzi f\u00fchrte, wo dann Chaos und Panik entstehen konnten. Mythen \u2013 Darstellungen in dichterischer Sprache: Mythen sind nicht Irrt\u00fcmer. Das Wesentliche des Mythos ist die Darstellung und Vermittlung von tiefen Wahrheiten in dichterischer Sprache.<\/p>\n<p>Zur Verdichtung der Heldenfigur Arnold von Winkelried sprach Hans Rudolf Fuhrer. Er zog das Fazit, dass die eidgen\u00f6ssischen Helden \u2013 auch Winkelried \u2013 von Generationen geschaffen wurden, welche den ethischen Sinngehalt der Heldentat als wertvolle Botschaft f\u00fcr ihre Zeit empfanden. Im Kreise der patriotischen Aufkl\u00e4rer des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts waren die popul\u00e4rsten Gestalten der Schweizer Geschichte immer mehr in den Vordergrund ger\u00fcckt. Arnold von Winkelried, Wilhelm Tell und Niklaus von Fl\u00fce waren fortan die Inkarnation vaterl\u00e4ndischer Programme, die zur ideologischen St\u00e4rkung und Einigung der zerstrittenen und unsolidarischen Eidgenossenschaft neu aufgebaut wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen eines L\u00e4ngsschnitts durch die Schweizer Geschichte wird die GMS an den n\u00e4chsten Tagungen historische Fragen aus der Gr\u00fcndungszeit der Eidgenossenschaft aufwerfen. 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