Vier Gipfel an der Südwestfront 1915-1917
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Reiseleitung: Oberst i Gst David Accola
Sieben Reisetage
Ergänzte Wiederholungsreise (2015)
Kultureller Reiseanteil **
Ein Muss für alle,
Thematische Umschreibung
Nach der erfolgreichen GMS-Exkursion «Stelvio-Umrbrail» des Jahres 2026 drängt sich eine Fortsetzung auf. Diese Tourenwoche führt uns ins Herz der Sextener Dolomiten, wo wir für zwei oder drei Nächte ein Hotel beziehen. Vorgesehene Gipfelziele pro Wandertag: Monte Piano, Paternkofel, Monte Lagazuoi – alles legendäre Stützpunkte während des dortigen Gebirgskrieges. Nach dem Transfer ins Münstertal steigen wir für zwei Nächte in Müstair ab. Am Samstag werden wir den Piz Umbrail auf dem neu gesicherten «Von Sprecher-Weg» besteigen. Die Rückreise erfolgt am Sonntag. Die Anforderungen an die körperliche Fitness und die Bergtauglichkeit sind moderat, aber doch nicht zu unterschätzen.
Vorgesehenes Programm
Erster Reisetag: Montag, 19. Juli 2027
Zürich – Dolomiten
Carfahrt ab Zürich Sihlquai via Sargans (Zustiegsmöglichkeit) nach Innsbruck. Mittagessen und Besuch des Kaiserjäger-Museums auf dem Bergisel. Weiterfahrt über den Brenner ins Pustertal wo wie möglichst nahe unserer Gipfelziele eine Hotelunterkunft für zwei oder drei Nächte beziehen. Historische Einreihung des Gebirgskrieges vor dem gemeinsamen Abendessen.
Zweiter Reisetag: Dienstag, 20. Juli 2027
Monte Piano (2324 m ü. M.)
Fahrt im Car nach Misurina. Ab dort führen uns Geländefahrzeuge auf den Gipfel des Monte Piano. Den Südgipfel (Monte Piana) besetzten die italienischen Gebirgssoldaten (Alpini) während der Nordgipfel (Monte Piano) von den österreichischen Kaiserjägern und Standschützen behauptet wurde. Dazwischen lag das Niemandsland – la Terra di Nessuno. Das Stellungssystem auf diesem Hochplatteau wurde als erstes Projekt des Vereins «Dolomitenfreunde» in den Jahren 1977-1981 im Sinne eines Freilichtmuseums begehbar gemacht. Die Wanderung führt uns vom Riffugio Monte Piana zunächst durch das italienische Dispositiv auf den Südgipfel und dann zur Forcella di Castrati, dem tiefsten Punkt zwischen der Süd- und Nordkuppe. Ab dort begehen wir die österreichischen Stellungen am östlichen und nördlichen Abhang des Plateaus bevor wir dann den nördlichen Gipfel erreichen. Die Karfläche des Plateaus querend erreichen wir letztlich wieder das Rifugio Monte Piana. Der Abstieg nach Misurina folgt entlang der Fahrstrasse, wobei wir dazu möglicherweise nochmals den Fahrdienst bemühen.

Die Wanderung auf dem Monte Piano dauert rund vier bis fünf Stunden. Die zu bewältigende Höhendifferenz ist kaum erwähnenswert, das Wegnetz erstreckt sich auf einer Hochebene. Trittsicherheit ist zwingend, Schwindelfreiheit von Vorteil. Eine einfache Wanderung im alpinen Gelände also.

Rückfahrt ins Hotel, Abendessen und Übernachtung
Dritter Reisetag: Mittwoch, 21. Juli 2027
Lagazoi (2778 m ü. M.)
Im Car erreichen wir den Passo di Falzarego und unmittelbar danach den Passo di Valparola (2192 m ü. M.). Der Aufstieg auf den Grossen Lagazoi erfolgt über den, mit Stahlseilen versicherten Kaiserjägersteig. Wer sich diesen Aufstieg nicht zumutet, besucht «Tre Sassi», das Festungsmuseum auf dem Passo di Valparola um anschliessend bequem mit der Seilbahn den Gipfel des Kleinen Lagazuoi zu erreichen. Auf dieser traumhaften Aussichtswarte geniessen sie den einmaligen Blick in die Dolomiten und warten im dortigen Riffugio auf das Eintreffen der «Wandergruppe», welche spätestens zum Mittagessen dort eintreffen wird.

Der Lagazuoi war ein Frontgipfel besonderer Art. Die Österreicher besetzten den Gipfelgrat, während die Italiener 200 Meter tiefer den östlichen Teil der senkrechten Südwand behaupteten. Auf diesem ausgesetzten Felsband, der Cengia Martini, lagen ihnen im westlichen Wandteil die österreichischen Vorposten auf Handgranatenwurfdistanz gegenüber.

Der Abstieg auf den Falzaregopass ist spektakulär: er führt im Innern der Wand durch ein Stollensystem, welches zur Anlegung von Sprengminen sowohl durch die Italiener als auch die Österreicher angelegt wurde. Der Weg ist «stotzig», feucht und dunkel, aber mit einem durchgehenden Handlauf gesichert. Mit einer lichtstarken Taschenlampe versehen – und einem Helm auf dem Kopf – ist der Abstieg aber ohne weitere Anforderungen gut begehbar.
Das Stollensystem ist stummer Zeuge der Massnahmen, als beide Parteien versuchten, die gegnerischen Stellungen zu unterminieren und in die Luft zu sprengen.

Die «Seilbähnler» erreichen den Falzaregopass wieder mit der Bahn, oder aber wählen den Normalweg vom Gipfel zum Pass. Dieser ist zwar wenig spektakulär aber führt mit herrlicher Aussicht durch das ehemalige Frontgebiet entlang eines einfachen Wanderwegs.
Der Aufstieg vom Passo Valparola bis auf den Lagazuoi beansprucht rund drei Stunden. Der Weg ist gut abgesichert und eignet sich an einigen Stellen ideal dazu, sich erstmals mit der einfachen Handhabung eines Klettersteigsets vertraut zu machen.
Für den steilen Abstieg rechnen wir mit gut zwei Stunden, wobei etwa die Hälfte davon in den Stollen erfolgen wird. Für den Normalweg benötigt man in etwa gleich viel Zeit.
Anschliessend erfolgt die Rückfahrt mit dem Car ins Hotel. Abendessen und Übernachtung.
Vierter Reisetag: Donnerstag, 22. Juli 2027
Paternkofel (2744 m ü. M.)
Der Paternkofel ist unweigerlich mit der Geschichte des Sextener Bergführers und Weltkriegslegende Sepp Innerkofler (1865-1915) verbunden.

Als Anführer «fliegenden Patrouillie» täuschte Innerkofler die italienischen Angreifer, indem er mit seinen Standschützen täglch auf mehreren Gipfeln der Sextener Dolomiten auftauchte, dort durch kurzes Gewehrfeuer Aufmerksamkeit suchte und fand um anschliessend selbiges auf dem nächsten Gipfel auszuführen. Innerkofler fiel am 4. Juli 1915 auf dem Gipfel des Paternkofel aus nie ganz geklärten Gründen, wird dessen unbesehen seither aber hoch verehrt.

Frühmorgens (!) bringt uns der Car via Misurina zur Auronzohütte (2300 m ü. M.) auf der Südseite der weltberühmten Drei Zinnen. Zu Fuss geht es dann auf den Paternsattel (2454 m ü. M.). Mit einem Klettersteigset ausgerüstet und von lokalen Bergführern begleitet, erreichen wir den Einstieg zum Klettersteig nach wenigen Minuten. Durch einen kurzen Stollen geht es hinaus in die westliche Bergflanke, welcher wir entlang eines Felsbandes folgen. Auf der Passportenscharte (2527 m ü. M.) wechseln wir auf die östliche Gratseite und erreichen die Gamsscharte (2675 m ü. M.). Nur noch wenige, aber steile Meter trennen uns vom Gipfel des Paternkofel, auf welchem sich uns ein einmaliger Blick auf das berühmteste Dreigestirn der Dolomiten eröffnet. Die Kleine -, Grosse – und Westliche Zinne zeigen sich in bestem Licht.

Der Abstieg führt über die Gamsscharte entlang des Nordgrats hinunter zur Dreizinnen-Hütte. Auch diese Route entspricht einem Klettersteig der in der internationalen Skala hinsichtlich der Schwierigkeit als einfach/mässig schwierig (A/B) eingereiht wird.
Teilnehmenden, welche sich die Begehung des Klettersteigs nicht zumuten möchten, gelangen zur Dreizinnen-Hütte, indem sie vom Paternsattel dem einfachen Wanderweg folgen.

Nach dem Mittagessen könnte alternativ noch die Besteigung des «Toblinger Knotens» in Betracht gezogen werden. Auch auf diesen Gipfel führt ein Klettersteig.
Nach Möglichkeit übernachten wir in der Dreizinnen-Hütte (Massenlager) und geniessen den minütlich farbwechselnden Sonnenuntergang an den Steilwänden dieses einmalig schönen Dreigestirns bei einem verdienten, feinen Glas Wein.
Für die Tour über den Paternkofel zur Dreizinnen-Hütte rechnen wir mit vier bis fünf Stunden, je nach Andrang und Stau im Stollen und in der Gamsscharte. Der Klettersteig gehört zu den einfachen Steigen, welche auch für geübte Bergwanderer – mit entsprechender Ausrüstung und Kondition – gut zu bewältigen ist. Lokale Bergführer – je nach Teilnehmerzahl ein oder zwei – werden uns begleiten und sicherstellen, dass die bewältigte Herausforderung für alle zu einem einmaligen und eindrücklichen Erlebnis wird.

Fünfter Reisetag: Freitag, 23. Juli 2027
Transfer ins Val Müstair
Frühmorgens verlassen wir die Dreizinnen-Hütte und gelangen, die Zinnen umwandernd, zur Auronzo-Hütte. Der Car wird uns dort erwarten und über die Dolomitenpässe zunächst nach Bozen und dann via Meran und den Vinschgau nach Müstair bringen. Ein gemütlicher Tag also – auch um sich etwas zu erholen. Mittagsverpflegung unterwegs, Abends: Bezug eines schönen Hotels *** in Müstair.
Sechster Reisetag: Samstag, 24. Juli 2027
Piz Umbrail (3034 m ü. M.)
Fahrt mit dem Postauto auf den Pass Umbrail (2501 m ü. M.). Der Aufstieg zum höchsten Gipfelziel unserer Tourenwoche folgt dem Wegstück «Umbrail» der dortigen, militärhistorischen Wanderwege.

Mit finanzieller Unterstützung der Mitglieder der GMS hat der «Verein Stelvio-Umbrail 14/18» im August 2026 die Aufstiegsroute entlang der Grenze neu abgesichert. Die historische Wegspur, zu Ehren des Generastabchefs 1914-1918 neu als «Von-Sprecher-Weg» bezeichnet, soll an diesem Tag offiziell eröffnet werden.

In einer noch zu definierenden Form werden wir daran teilhaben. Vom Piz Umbrail werden wir auf dem offiziellen Wanderweg wieder auf den Pass und dann mit Fahrzeugen ins Tal gelangen.
Der Aufstieg vom Pass auf den Gipfel beansprucht knapp drei Stunden. Die Wegspur wurde durch Angehörige des Kompetenzzentrums Gebirgsdienst der Armee mit Stahlseilen gesichert. Entsprechend handelt es sich um eine anspruchsvolle Gebirgswanderung in teils weglosem Gelände. Auch der Abstieg vom Piz Umbrail ist teilweise mit Ketten abgesichert. Im Vergleich zum Paternkofel aber darf man die Wegstrecke als harmlos einstufen.

Abendessen und Übernachtung in Müstair.
Letzter Reisetag: Sonntag, 25. Juli 2027
Heimreise
Wir fahren über den Ofenpass auf den Flüela und werden dort die legendäre «Meuterei» der Bündner Truppen ins Gelände legen. Wille hatte sich publizistisch diesbezüglich für die Bündner unvorteilhaft betätigt. Auch wollen wir auf der Heimfahrt der Entwicklung der frühen Gebirgsausbildung in der Armee ein besonderes Augenmerk schenken und dabei die diesbezüglichen Rollen des Generalstabchefs und seines Mitarbeiters Otto Bridler etwas detaillierter betrachten. Mittagessen in der Bündner Herrschaft, Ankunft in Zürich am späteren Nachmittag.
Reisedokumentation
Den Teilnehmenden wird vor der Reise eine, zur thematischen Reisevorbereitung verfasste, schriftliche Dokumentation zugestellt. Die Möglichkeit des Downloads zur Nutzung auf elektronischen Geräten wird nach erfolgter, postalischer Zustellung der gedruckten Version durch die Eingabe eines Passworts gewährleistet. Diesen Code erhalten die Teilnehmenden mit erwähnter Sendung.
Ausrüstung
Sportlich bequeme und gebirgstaugliche Bergwanderbekleidung, gutes festes Schuhwerk (Berg- oder feste Trackingschuhe), Helm und Sitzgurt, Klettersteigset, lichtstarke Taschenlampe (Stirnlampe), Rucksack, Wanderstöcke bei Bedarf, Wind- und Witterungsschutz. Ausrüstungsgegenstände zur Begehung der Klettersteige können im Bedarfsfall gemietet werden. Der Reiseleiter berät sie diesbezüglich gerne.
Einreisebestimmungen
Für die Einreise nach Italien benötigen Sie eine gültige Identitätskarte (ID) oder einen entsprechenden Reisepass.
Fitness
GMS – Kategorie M+ bis A+: die Touren sind anspruchsvoll und setzen eine gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. Die Anforderungen sind in den obenstehenden Tagesprogrammen ausgewiesen.
AUSFÜHRUNGEN ZU DEN FITNESS-KATEGORIEN
Kosten pro Person
Die zu erwartenden Reisekosten bewegen sich im Rahmen der GMS-Preiskategorie 3. Der effektive, verbindliche Reisepreis wird nach Abschluss der Kalkulation im GMS-Reiseprogramm 2027 ausgewiesen.
AUSFÜHRUNGEN ZU DEN GMS-PREISKATEGORIEN
| Doppelzimmer Mitglied | CHF | ||||
| Doppelzimmer Nichtmitglied | CHF | ||||
| Zuschlag Einzelzimmer | CHF | ||||
Inbegriffen |
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| GMS-Leistungspaket | |||||
| Getränke zu den Mittagessen | |||||
Nicht inbegriffen |
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| Getränke zu den Abendessen
Allfällige Kosten zur Miete von Ausrüstungsgegenständen zur Begehung der Klettersteige |
Anmeldung




